https://www.faz.net/-gqe-9iny8

Handelskonflikt : Chinas Handelsüberschuss sinkt – nur mit Amerika nicht

  • Aktualisiert am

Im Hafen von Qingdao in China hat man gut zu tun: Es wird weiterhin mehr verschifft Bild: dpa

Präsident Trump will mehr nach China exportieren und weniger von dort importieren. Der chinesische Zoll meint: Bisher ist er damit nicht erfolgreich. Dennoch hinterlässt der Handelskonflikt Spuren.

          Der Handelsüberschuss Chinas hat im vergangenen Jahr abgenommen, im Handel mit den Vereinigten Staaten aber deutlich zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr ging 2018 der Überschuss im globalen Handel um 16,2 Prozent auf knapp 351,8 Milliarden Dollar zurück, wie der chinesische Zoll am Montag mitteilte. Demnach stiegen die Importe um 15,8 Prozent, die chinesischen Exporte aber lediglich um 9,9 Prozent.

          Anders entwickelte sich der Handel mit den Vereinigten Staaten: Hier stieg der chinesische Handelsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Prozent auf 323,3 Milliarden Dollar an. Die Exporte nach Amerika stiegen den offiziellen chinesischen Zahlen zufolge 2018 um 11,3 Prozent. Chinas Importe aus den Vereinigten Staaten legten lediglich um 0,7 Prozent zu.

          Der chinesische Handelsüberschuss ist dem amerikanischen Präsident Donald Trump schon lange ein Dorn im Auge. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stecken deswegen seit Monaten in einem Handelskonflikt und überzogen sich seitdem gegenseitig mit einer ganzen Reihe von Strafzöllen.

          Exporte und Importe im Dezember gefallen

          Der chinesische Zoll teilte am Montag in Peking zudem überraschend mit, dass die chinesischen Exporte im Dezember im Vergleich zum Dezember 2017 um 4,4 Prozent gesunken sind und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen waren von einem Wachstum von drei Prozent ausgegangen.

          Grund für das schlechtere Abschneiden dürfte neben dem Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten die nachlassende globale Nachfrage sein. Die Importe fielen sogar um 7,6 Prozent niedriger aus. Auch hier war ein Plus erwartet worden.

          Die Daten deuten darauf hin, dass die nach den Vereinigten Staaten zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt am Jahresende mehr an Schwung verloren haben könnte als bislang angenommen. Die Regierung versucht mit einer Reihe von Maßnahmen gegenzusteuern – von höheren Infrastrukturausgaben bis zu Steuersenkungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Livestream : Was sagt Seehofer zum Fall Lübcke?

          Innenminister Horst Seehofer stellt zusammen mit den Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamtes die neuen Entwicklungen im Fall Lübcke vor. Verfolgen Sie die Pressekonferenz jetzt im Livestream.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.