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Pekings Vordringen im Pazifik : Das Tauziehen um den Pazifik geht in die nächste Runde

  • Aktualisiert am

China gibt den Kurs vor: Mit den Salomonen wurde bereits ein erstes Abkommen geschlossen. Bild: dpa

Jahrelang rangen die Pazifikinseln um Aufmerksamkeit. Nun will Peking sie vereinnahmen. Australien hält auf den letzten Metern dagegen.

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          che. Hanoi ⋅ Nur Tage nach dem Versuch, mit einem Wirtschaftspakt unter amerikanischer Führung Pekings Einfluss im Indopazifik etwas entgegenzusetzen, erreicht das Tauziehen um die Inseln im Stillen Ozean eine neue Stufe. So plant China eine „Gemeinsame Entwicklungsvision“ für die kleinen Nationen, die über riesige Wasserflächen, Bodenschätze, Fische und Stimmen auf multilateraler Ebene verfügen. In Australien ist die Rede von einem „regionalen Pakt zur Wirtschaftssicherheit“, den Chinas Führung anstrebe. Die neue australische Regierung versucht, dem Vorhaben etwas entgegenzusetzen. Die Außenminister beider Länder sind nun in der Region unterwegs. Mit zehn Inselstaaten will Peking Freihandel vereinbaren, aber auch Abkommen über Unterstützung bei Internetdienstleistungen, dem Kartographieren der Region, Handel, Gesundheit und Tourismus sowie Sicherheitsfragen. Hinzu kommen Lehranstalten für Mandarin und Stipendien in China für den Nachwuchs auf den Inseln.

          Mikronesiens Präsident David Panuelo warnte davor, Pekings Vorhaben könne einen „neuen kalten Krieg“ mit den Demokratien provozieren. Solche Verträge würden dazu führen, dass die Inseln „sehr eng an die Umlaufbahn Pekings gebunden und unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft mit ihr verknüpft“ werden. Nur auf den ersten Blick liest sich der Reiseplan des chinesischen Außenministers Wang Yi wie das Programm einer Kreuzfahrt: Die Salomonen, Kiribati und Samoa, Fidschi, Tonga und Vanuatu stehen darauf, gefolgt von Papua-Neuguinea und Timor-Leste. In Wirklichkeit verfügen die Kleinstaaten über gehörigen Einfluss und möglicherweise enorme Bodenschätze unter dem Seegrund. Die neue australische Außenministerin Penny Wong sprach von einer „weniger sicheren und stärker umkämpften Region“.

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