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Treffen in Peking : China und Russland peilen Handelsvolumen von 200 Milliarden Dollar an

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Dmitri Medwedew (l) und Li Keqiang tauschen nach der Unterzeichnung des neuen Handelsabkommens Urkunden aus. Bild: dpa

Während China mit Amerika weiterhin im Clinch liegt, wendet sich das Reich der Mitte verstärkt anderen Partnern zu. Mit Russland will die Volksrepublik die Handelsbeziehungen deutlich ausbauen.

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          China und Russland wollen ihren Handelsaustausch ausweiten. Nach Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Li Keqiang sagte Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Dienstag in Peking, in diesem Jahr werde das Handelsvolumen 100 Milliarden Dollar erreichen, was vor zehn Jahren unvorstellbar gewesen wäre.

          Jetzt redeten beide Seiten sogar von einer Verdoppelung auf 200 Milliarden Dollar. „Ich denke, dass diese Zahl durchaus realisiert werden kann, wenn wir die Kooperation in den vereinbarten Feldern aktiv fördern“, zitierte sagte Mewedew nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass. Der Handel zwischen den beiden Nachbarn war 2017 um 30 Prozent auf 87 Milliarden Dollar gestiegen.

          Beide Regierungschefs vereinbarten eine Reihe von zusätzlichen Schritten, um kleine und mittelgroße Unternehmen zu unterstützen und Bezahlsysteme zu entwickeln. Auch soll der Austausch landwirtschaftlicher Produkte ausgeweitet werden. Medwedew war am Montag schon in Schanghai mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammengetroffen und hatte an der internationalen Importmesse in der ostchinesischen Hafenstadt teilgenommen.

          Im Handelsstreit mit Amerika zeichnet sich indes noch keine Lösung ab. Beide Seiten ließen zuletzt verlauten, offen für Gespräche über ein Handelsabkommen zu sein. Beobachter halten ein solches Abkommen jedoch für unwahrscheinlich. Der amerikanische Präsident Donald Trump könnte Experten zufolge den Handelskonflikt mit China und auch der EU nach dem Wahlerfolg der Demokraten im Repräsentantenhaus sogar noch verschärfen. „Es kann sein, dass Trump gegenüber Europa
          und China noch aggressiver wird, um davon abzulenken, dass er innenpolitisch unter Druck gerät und nicht mehr viel bewegen kann“, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest. 

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