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Gegen abwertende Währung : China schränkt Kapitalverkehr weiter ein

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An den Finanzmärkten in China ging es zum Jahresanfang abwärts, wie die Anzeigetafel an einer Fußgängerbrücke in Schanghai zeigt. Bild: AP

Chinas Aufsichtsbehörden wollen verhindern, dass mehr Geld aus dem Land fließt. Nach den jüngsten Kurs-Turbulenzen meldet sich auch die Notenbank zu Wort.

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          Die chinesische Administration hat offenbar Dollar-Geschäfte von Banken in einigen Handelszentren des riesigen Landes eingeschränkt für diesen Monat. Geldhäuser beispielsweise in der Finanzmetropole Shenzhen dürften im Januar nicht mehr Dollar an Kunden weiterreichen als im Dezember, sagte eine mit der Sache vertraute Person und bezog sich auf eine entsprechende Anweisung der Devisenaufsicht. Dabei gehe es um Institutionen, Unternehmen und wohl auch um Privatpersonen.

          Chinesen dürfen mittlerweile jedes Jahr Ziel bis zu 50.000 Dollar kaufen; infrage kommt dieser Betrag aber nur für sehr wohlhabende Chinesen. Der Wunsch, dies zu tun, sei gleich zu Jahresbeginn vergleichsweise groß gewesen, berichtet die „Financial Times“ und beruft sich dabei auf Manager der Industrial and Commercial Bank of China und der Bank of China.

          Die neuen Anweisungen sollen offenbar dabei helfen, dass weniger Kapital aus China abfließt und die Währung Yuan unter weniger Kursdruck gerät: Sie hat in dieser Woche um 0,8 Prozent nachgegeben auf beinahe 7 Yuan je Dollar (Offshore). Wichtig sei es, Panikverkäufe zu stoppen, wird ein führender Mitarbeiter einer Bank zitiert.

          Die chinesischen Devisenreserven sind infolge der flexibler gemachten Landeswährung in den vergangenen Monaten um mehrere hundert Milliarden auf rund 3,3 Billionen Dollar gesunken. China orientiert den Yuan-Kurs mittlerweile nicht mehr nur am Dollar, sondern an einem Währungskorb und lässt ihn außerdem auf Basis von Marktbewegungen stärker als bislang schwanken. Um den Yuan nicht zu sehr abwerten zu lassen, hatten die chinesischen Aufseher bereits der Deutschen Bank und anderen ausländischen Instituten bestimmte Devisengeschäfte bis Ende März verboten.

          Etwas beruhigt haben sich währenddessen die Turbulenzen an den chinesischen Inlands-Aktienbörsen. Hier aktivierte sich ein neuer Schutzmechanismus in den vergangenen Tagen gleich zwei Mal und beendete den Handel vorzeitig. Mittlerweile haben die Behörden den erst zum neuen Jahr eingeführten Mechanismus wieder abgeschaltet - nach Ansicht nicht nur der Fondsmanager von Edmond de Rothschild hat dieser Schutz wesentlich die Kursturbulenzen ausgelöst in Kombination mit einer schlechten öffentlichen Kommunikation der chinesischen Aufsichtsbehörden. Rund fünf Prozent der chinesischen Haushalte besitzen Aktien, außerdem ist der Aktienmarkt nicht wesentlich für die Eigenkapitalbeschaffung chinesischer Unternehmen;  er gilt darum auch nicht wie in anderen Ländern als wichtiges Konjunkturbarometer.

          Unterdessen hat die chinesische Notenbank angekündigt, die Konjunktur stärker stützen und für mehr Stabilität sorgen zu wollen. Sie werde über zusätzliche Kreditprogramme Schlüsselbereichen der Wirtschaft unter die Arme greifen, erklärte die PBOC an diesem Freitag. Zugleich werde sie das Zinssystem weiter liberalisieren und ihre geldpolitischen Instrumente flexibel handhaben, um das Bankensystem mit angemessener Liquidität zu versorgen. Zudem versicherte die Zentralbank, die Landeswährung Yuan grundsätzlich stabil zu halten. Ferner werde sie weiterhin daran arbeiten, die Devisen stärker international zu verankern.

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