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China kauft 300 Flugzeuge : Vor allem Airbus profitiert von Präsident Xis Besuch

Der chinesische Präsident Xi Jinping und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag vor dem Elysee-Palast in Paris Bild: Reuters

Noch sind Frankreichs Wirtschaftsbeziehungen mit China ausbaufähig. Bei seinem Besuch in Paris gibt Präsident Xi Jinping einige Milliarden aus.

          Beim offiziellen Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Frankreich sind am Montagabend neue Aufträge für französische und europäische Unternehmen im Wert von mehreren Milliarden Euro unterzeichnet worden. Besonders üppig waren die Aufträge für den Flugzeugbauer Airbus. Der europäische Flugzeughersteller und die China Aviation Supplies Holding Company (CAS) unterzeichneten einen Rahmenvertrag über den Kauf von insgesamt 300 Airbus-Flugzeugen durch chinesische Fluggesellschaften.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Der Vertrag umfasst 290 Flugzeuge der A320-Familie sowie 10 Maschinen des Typs A350 XWB. Es handelt es sich allerdings nur um eine Art Vorvertrag, der noch nicht als feste Bestellung gebucht werden kann. Dennoch ist die Vereinbarung ein wichtiger Erfolg für die Modellfamilie des A320 und damit ein weiterer Rückschlag für das Konkurrenzmodell Boeing 737.

          Darüber hinaus reicht die Bandbreite neuer Bestellungen und Absichtserklärungen aus China von Containerschiffen für den französischen Hersteller CMA CGM über französisch-chinesische Raumfahrtprojekte bis zu Finanzvorhaben unter Beteiligung der Bank BNP Paribas und des französischen Investitionsfonds Eurazeo. Der staatliche Energiekonzern Eléctricité de France (EdF) verstärkt seine Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien, Schneider Electric vereinbarte eine Kooperation mit der Bank of China.

          Mischung aus Bewunderung und Abneigung

          Bei dem Staatsbesuch wurde deutlich, dass sich Frankreichs Wirtschaftsbeziehungen mit China ausweiten, auch wenn sie beispielsweise noch hinter dem deutschen Niveau zurück liegen. Der Anteil Chinas an den französischen Warengesamtexporten lag im vergangenen Jahr bei 0,4 Prozent; in Deutschland waren es rund 7 Prozent. Die Franzosen importieren im Wert mehr als doppelt so viel wie sie ausführten, während Deutschland nur ein leichtes Handelsdefizit aufwies. Allerdings sind die französischen Exporte nach China in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent gestiegen, wogegen die Importe nur um 8 Prozent zulegten.

          Daher führt auch für die Franzosen kein Weg am Reich der Mitte vorbei. Nur aus Deutschland importiert Frankreich mehr Waren als aus China. Bei ausländischen Direktinvestitionen aus China in den Jahren 2000 bis 2018 lag Frankreich in Europa auf dem vierten Rang hinter Italien, Deutschland und dem Spitzenreiter Großbritannien.

          In der öffentlichen Meinung betrachten die Franzosen die Chinesen mit einer Mischung aus Bewunderung und Abneigung. Ob die chinesischen Direktinvestitionen in Frankreich eine positive Wirkung haben, verneinen 50 Prozent der Bürger. „Es gab einige aufsehenerregende Ankündigungen zur Eröffnung von Forschungszentren oder Industrieparks, aus denen aber nichts wurde. Die Franzosen ziehen daraus ihre Schlüsse“, sagt der Franzose Philippe Le Corre, Spezialist für europäisch-chinesische Beziehungen an der Havard Kennedy School in Boston.

          Ähnlichkeiten besitzen der Verkauf des deutschen Roboterhersteller Kuka an die Chinesen und der Einstieg eines chinesischen Investors am Flughafen von Toulouse – beide Fälle gelten in der Bevölkerung als Alarmzeichen für höhere Wachsamkeit. Vor vier Jahren hatte ein privates Konsortium aus China 49 Prozent des drittgrößten Flughafens Frankreichs gekauft. Seither kassierten die Chinesen erhebliche Dividenden; doch sie investierten wenig. Jetzt sucht der chinesische Großaktionär gegen einen heftigen Preisaufschlag einen Käufer. Der französische Staat hatte ursprünglich versprochen, ihm weitere 10 Prozent zu überlassen, ließ davon jedoch ab.

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