https://www.faz.net/-gqe-97qjk

Handelsstreit : Auch China droht Amerika mit Vergeltung

  • Aktualisiert am

Zhang Yesui Bild: AFP

Ein hochrangiger chinesischer Politiker betont, sein Land wolle „keinen Handelskrieg“ mit Amerika. Trotzdem kündigt er „notwendige Maßnahmen“ als Reaktion auf Trumps Strafzölle an.

          Im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten hat China mit Vergeltung gedroht. Wenn Amerika chinesischen Interessen schadeten, „werden wir nicht tatenlos zusehen, sondern notwendige Maßnahmen ergreifen“, sagte der Sprecher der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses, Vizeaußenminister Zhang Yesui, am Sonntag vor der Presse in Peking. Er versicherte aber, China wolle „keinen Handelskrieg“ zwischen den beiden größten Volkswirtschaften.

          Er reagierte auf die Ankündigung von Strafzöllen, die der amerikanische Präsident Donald Trump auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängen will. Trump hatte am Donnerstag mitgeteilt, die heimische Stahlindustrie durch Strafzölle auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent abschirmen zu wollen. Auf Aluminium soll zehn Prozent erhoben werden.

          Zypries: „Trump will ein Spiel spielen, das niemand gewinnen kann“

          China ist offiziell für rund zwei Prozent der Stahlimporte in die Vereinigten Staaten verantwortlich, doch findet chinesischer Stahl auch auf Umwegen seinen Weg nach Amerika. „In einer so großen Beziehung ist es nur natürlich, dass es Spannungen gibt“, sagte Zhang Yesui. Die Lösung sei aber, die Märkte zu öffnen und „den Kuchen der Kooperation größer zu machen“.

          Seine Äußerungen erfolgten einen Tag vor Beginn der gut zweiwöchigen Plenarsitzung des nicht frei gewählten chinesischen Parlaments. Ministerpräsident Li Keqiang wird die Tagung der knapp 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes am Montag mit seinem Rechenschaftsbericht eröffnen. Der Premier wird das Wachstumsziel und den wirtschaftspolitischen Kurs Chinas für dieses Jahr vorlegen. Im vergangenen Jahr war Chinas Wirtschaft mit 6,9 Prozent schneller als erwartet gewachsen.

          Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries rief am Sonntag zur Mäßigung auf. „Ich hoffe, dass der US-Präsident auf die vielen vernünftigen Stimmen auch aus seinem Land hört und umdenkt“, sagte die SPD-Politikerin. „Präsident Trump will ein Spiel spielen, das niemand gewinnen kann. Immer mehr Zölle auf immer mehr Produkte zu erheben, kann am Ende dazu führen, dass jahrzehntelanger Zollabbau, Freihandel und Wohlstand in Gefahr geraten.“ Zypries betonte, die Bundesregierung setze weiter auf internationale Zusammenarbeit und EU-Freihandelsabkommen mit Handelspartnern in aller Welt.

          Weitere Themen

          China kündigt neue Zölle an

          Importe aus Amerika : China kündigt neue Zölle an

          Von Mitte Dezember werden fast alle chinesischen Importe in die Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt sein. Diese Entwicklung lässt die chinesische Regierung nicht unbeantwortet.

          Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU, Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU, Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Hans-Georg Maaßen im CDU-Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen am 1. September

          Streit über Parteiausschluss : Maaßen dankt Schäuble für Unterstützung

          Im Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen geht Wolfgang Schäuble auf Distanz zur CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bekennt: „Das war wohltuend.“
          Auch Sojabohnen aus Amerika werden betroffen sein.

          Importe aus Amerika : China kündigt neue Zölle an

          Von Mitte Dezember werden fast alle chinesischen Importe in die Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt sein. Diese Entwicklung lässt die chinesische Regierung nicht unbeantwortet.

          Boris Johnson und Twitter : Fuß auf dem Tisch? Skandal!

          Boris Johnson legt bei Präsident Macron flegelhaft den Fuß auf den Tisch – oder war doch alles ganz anders? Warum „Footgate“ ein Beispiel für die fatale Empörungsroutine in den Netzwerken ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.