https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/china-bemueht-sich-beim-17-1-gipfel-um-einfluss-in-osteuropa-17185829.html

Bemühungen um Einfluss : Chinas Charme-Offensive im Osten

Der chinesische Präsident Xi Jinping hält eine Rede per Video auf einem Forum von Wirtschaftsführern in Peking. Bild: dpa

In Osteuropa hat China Hoffnung geweckt – aber auch Ärger produziert. Der 17+1-Gipfel könnte nun das Klima wieder verbessern. Das liegt auch an dem Impfstoff, den das Land im Gepäck hat.

          4 Min.

          Wenn sich die 17 Staats- und Regierungschefs Ostmittel- und Südosteuropa am Dienstag per Videoschaltung mit Chinas Staatschef Xi Jinping zusammenfinden, gibt es einiges an Gesprächsstoff. Immerhin sollte die Konferenz vorigen April in Peking stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Dass man zwischenzeitlich keinen Termin für eine Videokonferenz fand, interpretieren manche als Zeichen für den Niedergang der 2012 in Warschau als 16+1 gegründeten Initiative für (wirtschafts-)politische Kooperation, der Griechenland 2019 beitrat. Jetzt könnte Chinas Impfstoff das Netzwerk retten.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Denn nicht nur sind die Partner ungleich: hier 17 meist kleine Staaten, dort einer der größten; hier solche, die den Kommunismus abgeschüttelt haben, dort die neben Vietnam letzte regierende KP der Welt. Auch haben sich die Beziehungen zwischen ihnen vielerorts jüngst nicht zum Besseren gewandelt, wie Beispiele aus den vergangenen Wochen belegen. In der Tschechischen Republik etwa wurde Chinas Staatskonzern CGN unter Protest Pekings von der Ausschreibung für ein Kernkraftwerk aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. In Kroatien wurde die Ausschreibung für den Betrieb des einzigen Tiefwasserhafens des Landes – wohl auf Druck Amerikas und der EU – annulliert, als chinesische Bieter kurz davorstanden, den Zuschlag zu erhalten. In Rumänien schließlich beschloss die neue Regierung Ende Januar, chinesische Unternehmen beim Bau von Auto- und Eisenbahnen nicht mehr zu akzeptieren. Vom Baltikum bis Bulgarien hat zudem noch die Regierung Trump dafür gesorgt, dass Chinas Telekomausrüster Huawei beim Ausbau der 5G-Netze das Nachsehen hat.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Russlandpolitik der SPD : Nah an Putin

          In Niedersachsen laufen viele Fäden der Russlandpolitik der SPD zusammen. Sie wähnt sich im Geiste Willy Brandts, hat aber viel mit Geschäften zu tun. Ein Beispiel: Sigmar Gabriel.
          In einem Fenster vom Omnitum ist in einem Büro das Logo der Kryptowährung Bitcoin zu sehen.

          Technische Analyse : Bitcoin am Abgrund

          Die Kursbewegungen der Krypto-Assets erinnern stark an den neuen Markt der frühen Zweitausender. Der Übertreibung folgt nun eine schwere Untertreibung.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Zertifikate
          Ihre Weiterbildung im Projektmanagement