https://www.faz.net/-gqe-2qni

Chemie : Bei Celanese stimmt die Chemie nicht

  • Aktualisiert am

Celanese verliert an Dampf Bild: dpa

Preisdruck und Nachfrageeinbruch führen beim Chemiekonzern Celanese zu einer erneuten Gewinnwarnung. Außerdem wurde ein Stellenabbau angekündigt.

          1 Min.

          Der Chemiekonzern Celanese hat seine Gewinnprognosen nochmals drastisch nach unten korrigiert und will aus Kostengründen 850 der derzeit 13.100 Arbeitsplätze abbauen. Der Aktienkurs des im MDax gelisteten Unternehmens brach nach der Nachricht bei geringem Umsatz um rund ein Viertel ein.

          Der Verlust je Aktie ohne Sonderposten werde 2001 bis zu einem Euro betragen, teilte das Unternehmen mit. Die Perspektiven für das zweite Halbjahr seien erheblich schlechter als angenommen und erforderten eine umfassende Restrukturierung.

          Noch vor zwei Monaten hatte Celanese angekündigt, den Vorjahres-Gewinn je Aktie ohne Sonderposten von 1,43 Euro um mindestens zehn Prozent zu überbieten. Vor einem Monat hieß es, diese Kennziffer werde auf rund 0,95 Euro abrutschen, jetzt wurde diese Prognose nochmals um nahezu zwei Euro unterboten. „Die Performance ist nicht akzeptabel, und wir beschleunigen gezielt unsere Anstrengungen zur Steigerung der Effizienz und Profitabilität", sagte Vorstandschef Claudio Sonder.

          Preisdruck und Nachfrageeinbruch

          Das Unternehmen, in dem die Chemiegeschäfte des früheren Hoechst-Konzerns zusammengefasst sind, sieht sich Preisdruck und Nachfragerückgang ausgesetzt. Das Geschäft mit technischen Kunststoffen leidet unter der Schwäche der US-Konjunktur, die Märkte in Europa entwickeln sich schwächer als erwartet, und die Nachfrage der Elektronik- und Telekom-Industrie befindet sich auf einem historischen Tiefstand.

          Der Jahresgewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) und Sonderaufwendungen werde 2001 bei 400 Millionen Euro liegen, teilte Celanese weiter mit. Das Restrukturierungsprogramm werde im zweiten Halbjahr zu Sonderaufwendungen von 260 Millionen Euro führen, in denen Sonderabschreibungen von 70 Millionen Euro auf das Anlagevermögen enthalten seien. Celanese werde die Bewertung des Sachanlagevermögens und des Goodwill überprüfen, was zu weiteren Sonderabschreibungen führen könne. Auf die Entscheidung über eine Dividendenzahlung 2002 und einen Aktienrückkauf könne sich dies auswirken.

          Celanese kündigte zudem an, die Forschungsstandorte näher an die Produktionsstandorte zu verlagern. Die Produktion unter anderem von Essigsäure werde rationalisiert, um den weltweiten Überkapazitäten zu begegnen.

          Weitere Themen

          Niederlage für Cum-Ex-Investoren

          Finanzskandal : Niederlage für Cum-Ex-Investoren

          Kapitalanleger wollen von der Macquarie Bank 30 Millionen Euro. Sie soll in den Aktiengeschäften eine zentrale Rolle gespielt und ihre Anleger getäuscht haben. Doch das Landgericht München erklärt sich für nicht zuständig.

          Topmeldungen

          Neues Coronavirus : Wuhan im Ausnahmezustand

          Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, hat China alle öffentlichen Verkehrsverbindungen in die Millionenstadt Wuhan gekappt. Wann das Reiseverbot aufgehoben wird, ist noch völlig offen.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.