https://www.faz.net/-gqe-3994

Chemie : Archiv: Henkel bleibt kleben

  • Aktualisiert am

Traurige Verkaufszahlen trotz freundlichen Verkäufers Bild: dpa

Henkels Gewinne hingen 2001 fest. Die beiden Klebstoffmarken Pritt und Loctite machten zu hohe Verluste.

          Der Düsseldorfer Markenartikelhersteller Henkel ist im vergangenen Geschäftsjahr von den hauseigenen Klebstoffen Pritt und Loctite gebremst worden. Die Konjunkturflaute ließ die Gewinne im Geschäft mit Haushalts- und Industrieklebstoffen um rund 30 Prozent einbrechen. Nur dank der Verkäufe der Chemietochter Cognis und von Henkel-Ecolab konnte der Konzern ein besseres Ergebnis als im Vorjahr ausweisen.

          Insgesamt steigerte der Markenartikel-Hersteller seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2001 um 2,2 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) wuchs dank der Firmenverkäufe um 27,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis ohne Sondereinflüsse lag dagegen mit 885 Millionen Euro um 6,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

          Ballastfrei nach oben

          Henkel will im laufenden Jahr das Betriebsergebnis auf vergleichbarer Basis um gut zehn Prozent steigern und einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro erzielen. Das Geschäftsjahr 2002 ist nach Aussagen des Henkel-Chefs Ulrich Lehner gut angelaufen. „Die Zahlen für Januar und Februar zeigen, 2002 hat sich gut angelassen und wir liegen in allen Unternehmensbereichen über Vorjahr.“ Ob sich seine Aussagen auf Umsatz oder Ergebnis beziehen, sagte Lehner nicht. Er wies zudem darauf hin, dass Henkel insbesondere bei den Industrieprodukten für das zweite Halbjahr 2002 mit einer Verbesserung rechnen würde. Das Geschäft mit Klebstoffen solle vor allem durch sinkende Rohstoffpreise und neue Produkte wieder angekurbelt werden, sagte Lehner.

          Waschmittel sind gefragt

          Sehr gut entwickelten sich 2001 die Waschmittel- und die Kosmetiksparte des Konzerns. Der Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel steigerte den Umsatz um 8,7 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis übertraf mit 243 Millionen Euro den Vorjahreswert um 12,9 Prozent.

          Einsparungen für 2002

          Das Düsseldorfer Unternehmen hat seine Erwartungen für den Ergebnisbeitrag des laufenden Restrukturierungsprogramms im laufenden Jahr präzisiert. Für 2002 seien Einsparungen von etwa 40 Millionen Euro zu erwarten, sagte Henkel-Finanzvorstand Jochen Krautter bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Im kommenden Jahr werde das volle Einsparvolumen von 130 Millionen realisiert. Die Restrukturierungskosten hat der Konzern mit bislang 327 Millionen angegeben. Der Stellenabbau werde in der Größenordnung von 3000 Beschäftigten liegen, führte Henkel-Chef Lehner aus. Er kündigte für die nächste Zeit weltweit die Schließung von 19 der insgesamt 213 Firmenstandorte an. Dabei handele es sich bis auf ein Waschmittelwerk in Belgien ausschließlich um kleinere Standorte in den USA, China und Europa.

          Kosmetik-Käufer gesucht

          Henkel sucht nach der Trennung von ihrer Chemiesparte Cognis nach geeigneten Übernahmekandidaten vorrangig im Kosmetikbereich. „Wella würde passen, aber die stehen nicht zur Verfügung“, sagte Finanzvorstand Krautter weiter. Es gebe aber noch viele kleinere Kandidaten, auch im Ausland. Bei der Bilanzpressekonferenz hatte es Lehner erneut abgelehnt, konkret über Akquisitionsvorhaben zu sprechen. Dies könne erst geschehen, wenn die Dinge spruchreif seien.

          Weitere Themen

          Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg Video-Seite öffnen

          Saudi-Arabien : Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg

          Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet. Die Angriffe verschärfen die angespannte Lage in der Golfregion und führten zum Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakts : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll der Klimapakt beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Salvini lässt sich am Sonntag von seinen Anhängern in Pontida feiern.

          Lega-Treffen in Pontida : Die Jagdsaison ist eröffnet

          Nach seiner Niederlage ist Matteo Salvini wieder in Angriffslaune. Bei einem Treffen der Lega ruft er zum Sturz der Linkskoalition auf. Die Stimmung in Pontida ist bei spätsommerlichem Wetter in jeder Hinsicht aufgeheizt.

          NPD-Ortsvorsteher in Hessen : Ein netter Kerl

          In einem Dorf wird ein NPD-Mann zum Ortsvorsteher gewählt. Die Aufregung ist groß, im Ort selbst findet man das nur halb so wild. Eindrücke aus Altenstadt-Waldsiedlung.

          IAA : Draußen Protest, innen leuchtende Männeraugen

          Wo der SUV noch artgerecht gehalten wird: Unsere Autorin war auf der Automesse unterwegs. Die Autohersteller reagieren auf den zunehmenden Druck mit ihrer elektrischen Charmeoffensive – die Publikumsmagneten findet man jedoch an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.