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Chefunterhändler der OECD : „Dann kommt der Steuerkrieg“

Pascal Saint-Amans ist Leiter der Steuerabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Bild: OECD

Wer darf Facebook und Co. besteuern? Darüber streiten die Staaten weltweit. Der Chefunterhändler Pascal Saint-Amans warnt vor einem Scheitern der Gespräche.

          6 Min.

          Herr Saint-Amans, 2020 soll die größte Reform der globalen Unternehmensbesteuerung seit einem Jahrhundert kommen. Und Sie sind der Mann, der dafür sorgen soll ...

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          ... Erinnern Sie mich bitte nicht daran, das ist etwas beängstigend. (lacht)

          Sie sind oberster Steuerexperte des Industriestaatenverbunds OECD. Der schätzt, dass den Staaten rund um den Globus durch legale Steuertricks von Konzernen jedes Jahr Einnahmen von 240 Milliarden Dollar entgehen. Warum ist es so schwer, Großunternehmen zu besteuern?

          Weil wir zwar eine Globalisierung der Wirtschaft erlebt haben in den vergangenen Jahrzehnten, aber keine Globalisierung der Besteuerung. Die Steuerordnungen auf der Welt wurden früher einmal für nationale Zwecke geschaffen, aber in Zeiten der Globalisierung hat das keinen Bestand mehr. Denn seit wir die Globalisierung haben, gibt es keine Grenzen mehr. Internationale Unternehmen sind dadurch in der Lage, den Ort, an dem sie Gewinne verbuchen, vom Ort ihrer wirtschaftlichen Aktivität zu entkoppeln. Hinzu kommt, dass immaterielle Vermögensgüter wie etwa Patente und Markenrechte immer wichtiger wurden, und auch die können leicht über Grenzen hinweg verschoben werden.

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