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Korruption in Indonesien : Chef der Fluggesellschaft Garuda stolpert über Harley-Schmuggel

Kaum verpackte Schmuggelware: Die Zweiräder aus Europa hätten sich gut auf den Straßen von Jakarta gemacht. Bild: Reuters

Am Zoll vorbei und mit der Unterstützung seiner Untergebenen: Der Vorstandsvorsitzende der staatlichen Gesellschaft Garuda wollte heimlich einen Chopper in sein Land einführen. Doch offenbar wussten zu viele Angestellte Bescheid.

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          Aus der Traum vom Easy Rider: Der Vorstandschef der indonesischen Fluggesellschaft Garuda ist seine Harley Davidson und seine Stelle los. Gusti Ngurah Askhara Danadiputra, kurz AA, war mit nur 22 anderen, handverlesenen Gästen auf dem Rückflug von Toulouse, der französischen Flugzeugwerft von Airbus. Gemeinsam überführte die honorige Gesellschaft ein neues Motorrad mit der staatlichen Fluglinie.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Offiziell transportierte das Flugzeug keine Fracht. Doch flogen im Bauch des Airbus eine Harley Davidson, verpackt in 15 Kisten, und zwei britische Brompton-Falträder mit. Das erschien insofern sinnvoll, als AA augenscheinlich plante, seine neuen Spielzeuge am indonesischen Zoll vorbei ins Land zu schmuggeln. Es hätte sich gelohnt: denn die Zöllner hätten auf die Luxusgüter zwischen einer halben und eineinhalb Milliarden Rupiah (96.178 Euro) aufgeschlagen – vor allen möglichen Bestechungskosten.

          Doch flog der Spitzenmanager auf, auch weil einer seiner Angestellten augenscheinlich für ihn ein falsches Zeugnis ablegen sollte: Als die Nachforschungen begannen, gab der Garuda-Mann an, Eigentümer der schweren Maschine zu sein – dumm nur, dass er nicht einmal einen Motorradführerschein besaß. Dann kam heraus, dass AA die Harley von Garuda-Mitarbeitern in Europa hatte kaufen lassen. Den Kaufbetrag überwies er im April auf das Privatkonto des Finanzchefs der Fluglinie in Amsterdam.

          Die Regierung der größten Volkswirtschaft Südostasiens nutzt den Fall nun zur Abschreckung. Die hochangesehene Finanzministerin Mulyani Indrawati inspizierte die an die Kette gelegte Maschine genauso wie der Minister für Staatskonzerne, Erick Thohir. Beide zeigten sich empört und kündigten die Strafverfolgung aller Beteiligten an.

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