https://www.faz.net/-gqe-a8rap

Charlene de Carvalho-Heineken : Die schüchterne Bier-Milliardärin

Charlene de Carvalho-Heineken Bild: Picture-Alliance

Die Heineken-Familie entscheidet über die Geschicke der zweitgrößten Braugruppe der Welt. Charlene de Carvalho-Heineken zieht im Hintergrund die Fäden.

          4 Min.

          Im Leben von Charlene de Carvalho-Heineken war das Jahr 2002 eine Zäsur. Nachdem ihr Vater Freddy Heineken gestorben war, erbte sie als Einzelkind dessen Vermögen und war plötzlich mit 25 Prozent an der Brauerei-Gruppe Heineken beteiligt – damals schon der drittgrößte Bierkonzern der Welt, heute sogar die Nummer zwei hinter dem großen Rivalen AB Inbev. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, einem Investmentbanker, grübelte sie wenige Tage nach der Beerdigung über der Frage, ob sie sich künftig stärker in das Unternehmen einbringen müsste. Sie entschied sich dafür, reiste für das Unternehmen rund um die Welt und nahm an etlichen Sitzungen teil, um ein Gespür für Heineken zu bekommen. Es sei ihr „Weckruf“ gewesen, sagte sie später einmal. Bis dahin hatte Charlene de Carvalho-Heineken nur eine einzige Aktie besessen, die ihr einst der Vater geschenkt hatte, damit sie die Hauptversammlungen des Unternehmens besuchen konnte. Jetzt gehörten ihr plötzlich 100 Millionen Aktien.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Betriebswirtschaft hatte sich die Mutter von fünf Kindern bis dahin wenig interessiert. Nach eigenem Bekunden von Natur aus schüchtern, fand sie es schon als Kind schrecklich, ihren Nachnamen überall an den Eingängen der Kneipen und anderswo zu sehen. Ihr Vater hatte für sie auch nie eine größere Rolle im Unternehmen vorgesehen. „In seinen Träumen sollte ich einen tollen niederländischen Jungen heiraten und neben meinen Eltern wohnen“, offenbarte sie vor einigen Jahren in einem ihrer seltenen Interviews mit dem amerikanischen Wirtschaftsblatt „Fortune“.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Angela Merkel im Bundestag bei der Debatte „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“, einen Tag nach dem Bund-Länder-Gipfel

          Deutschlands Corona-Wette : Angela Merkel hisst die weiße Fahne

          Die gesamte Konstruktion, mit der Bund und Länder die Pandemie bewältigen wollten, hat Risse bekommen. Deutschland erlebt eine neue Form von politischem Kontrollverlust.
          Wachen vor dem Tor eines offiziell als Ausbildungszentrum bezeichneten mutmaßlichen Arbeitslagers in Xinjiang

          Uiguren in China : Ein Volk soll aufgelöst werden

          Ein versehentlich veröffentlichtes Dokument gibt Einblick in die Taktik des kommunistischen Regimes: Peking will die Muslime entwurzeln – und stolpert dabei über den selbst geschürten Rassismus.
          Ein besonderes Tänzchen: Kneissl mit Putin auf ihrer Hochzeit in der Südsteiermark

          Kneissl geht zu Rosneft : Wer mit Putin tanzt

          Einst sorgte Österreichs frühere Außenministerin für Aufsehen, weil sie den russischen Präsidenten zu ihrer Hochzeit einlud. Nun zieht Karin Kneissl in den Aufsichtsrat von Rosneft ein – einem besonderen Unternehmen.