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Wegen Mangel an Pflegekräften : Kinderkrebszentrum der Charité nimmt keine Patienten mehr auf

  • Aktualisiert am

Blick auf die Charité Bild: Juergen Blume

Nun trifft der Mangel an Pflegekräften auch die Kinder-Onkologie der Berliner Charité. Sie nimmt keine neuen Patienten mehr auf. Die Entscheidung sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen, heißt es.

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          Das Kinderkrebszentrum der Berliner Charité nimmt wegen fehlender Pflegekräfte derzeit keine neuen Patienten mehr auf. Nach Angaben von Ulrich Frei, Vorstand für Krankenversorgung, ist aktuell jede fünfte Stelle in der Kinder-Onkologie nicht besetzt. De facto fehlten zehn von 50 Mitarbeitern, vor allem im Pflegebereich, sagte er dem rbb-Inforadio.

          Die Entscheidung, derzeit keine neuen Kinderkrebspatienten aufzunehmen, sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen, betonte Frei. Mit dem derzeitigen Personalbestand könne das Kinderkrebszentrum alle laufenden Behandlungen und Chemotherapien sichern, für weitere Patienten gebe es aber keine Ressourcen mehr. Neu an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche würden an andere Behandlungszentren, beispielsweise nach Berlin-Buch, Cottbus oder auch Hannover weiter verwiesen.

          Intensivstationen legen Betten still

          Die Berliner Charité ist nicht die einzige Klinik, die mit einem Mangel an Pflegekräften zu kämpfen hat. In jüngster Zeit häufen sich Meldungen von Krankenhäusern, in denen Betten in bestimmten Abteilungen nicht neu belegt werden können, weil Personal fehlt. Das betrifft auch Intensivstationen: In einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts berichteten kürzlich 37 Prozent der repräsentativ befragten Kliniken, dass sie Betten auf Stationen für die intensivmedizinische Betreuung zumindest zeitweise stilllegen mussten. Sogar Rettungswagen müssen abgewiesen werden, berichten Klinikdirektoren.

          Das Problem: In vielen Krankenhäusern gibt es nicht genügend Pflegekräfte, um die gesetzlichen Vorgaben für die Mindestbesetzung in bestimmten Abteilungen zu erfüllen. Diese Untergrenzen etwa für Intensivstationen, Kardiologie und Unfallchirurgie sollen dazu dienen, eine gute Versorgung der Patienten sicherzustellen und das Pflegepersonal vor Überlastung und Fehlern zu schützen. Viele Krankenhäuser klagen jedoch, dass der Personalmangel sich durch die Vorgaben noch verschärfe.

          Auch in der ambulanten Pflege macht sich der Mangel an Pflegekräften bemerkbar. Immer wieder müssen Altenheime und ambulante Dienste müssen schließen, weil sie keine Mitarbeiter finden. Viele Anbieter lehnen einen Großteil der Anfragen von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen ab. Auch hier sind zum Teil akute Fälle betroffen: Demenzpatienten, deren Erkrankung der Familie erst aufgefallen ist, nachdem der Partner verstorben ist. Oder Menschen, die nach einem Sturz oder einem Schlaganfall nicht mehr nach Hause können.

          Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, das Thema anzugehen. Für die Altenpflege wurde ein Sofortprogramm für 13.000 zusätzliche Stellen beschlossen. Im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ sollen zudem die Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege verbessert werden, um den Beruf attraktiver zu machen. So sollen beispielsweise mehr Ausbildungsplätze geschaffen und die Dienstpläne verlässlicher werden. Auch die Bezahlung soll steigen. Das angedachte Instrument – ein noch auszuhandelnder Tarifvertrag, der für allgemeinverbindlich erklärt werden soll – ist jedoch umstritten.

          Ob diese Maßnahmen reichen, um die Versorgung zu sichern, ist offen. Nach Prognosen des Essener Instituts RWI werden bis zum Jahr 2040 rund 400.000 Vollzeitkräfte in der ambulanten Pflege gebraucht und bis zu 200.000 im ambulanten Bereich. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren im vergangenen Jahr allein in der Altenpflege durchschnittlich 24.000 Stellen unbesetzt.

          An der Berliner Charité soll der aktuelle Engpass spätestens in der Weihnachtswoche überwunden sein. Dann, so hofft Charité-Vorstand Frei, werden drei Spezial-Pflegekräfte in die Kinder-Onkologie zurückkehren.

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