https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ceta-ratifizierung-des-freihandelsabkommens-ist-ein-gutes-zeichen-18502434.html

Freihandelsabkommen Ceta : Schön gehandelt

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stimmt über das Ceta-Ratifizierungsgesetz ab. Bild: Reuters

Es macht Mut, dass der deutsche Bundestag das Handelsabkommen mit Kanada gebilligt hat. Das ist wichtig in einer Zeit, in der das Verhältnis zu China Risiken birgt.

          1 Min.

          Verschwende niemals eine gute Krise. Der dem britischen Kriegspremier Winston Churchill zugeschriebene Grundsatz bewährt sich aktuell in der Handelspolitik.

          Das Abkommen, auf das sich die Europäische Union mit Kanada vor sechs Jahren verständigt hat, ist von vielen Seiten angefeindet worden, hierzulande nicht zuletzt von den Grünen.

          Dahinter steht ein Unverständnis, was die segensreiche Wirkung des freien Handels angeht – für beide Partner. Da das nicht ratifizierte Abkommen munter praktiziert wird, lässt sich beobachten, was passiert: Der Warenaustausch steigt. Die EU-Kommission geht von zusätzlichen Arbeitsplätzen in erheblicher Zahl aus.

          Inwieweit die nachgeschobene Interpretationsklausel von Relevanz sein wird, kann nur die Zukunft zeigen. Wichtiger ist gewiss ihre gesellschaftliche Bedeutung. Die politische Bremse wurde gelöst, der Bundestag hat das Ratifizierungsgesetz beschlossen.

          Das ist ein Zeichen an zögernde EU-Länder – und macht Mut für weitere Abkommen. Das ist wichtig in einer Zeit, in der das China-Risiko wächst. Schön gehandelt!

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Weitere Themen

          Italiens Post soll die Dörfer retten

          Entwicklungsplan : Italiens Post soll die Dörfer retten

          Durch ein Milliardenprogramm sollen die Ämter auf dem Lande ausgebaut werden und einige staatliche Aufgaben übernehmen. Zwei Drittel bezahlt Europa. Wie groß sind die Chancen auf einen Stopp der Abwanderung?

          Topmeldungen

          Symbol des weltoffenen Eskisehir:  Das Museum für moderne Kunst auf dem alten Holzmarkt

          Eskisehir : Eine anatolische Stadt trotzt Erdogan

          Eine Stadt im Westen Anatoliens entzieht sich der autoritären Politik Erdogans. Eskisehir zeigt, was Kommunalpolitik in einem konservativen Umfeld und einem starken Zentralstaat leisten kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.