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Vernetzung des Lifts : Wenn der Aufzug viermal stockt

Beförderung auf Knopfdruck: Thyssen-Krupp betreibt allein in Deutschland ungefähr 680.000 Aufzüge. Bild: dpa

Die Städte wachsen, die Häuser werden höher. Auch Aufzüge müssen sich verändern und zuverlässiger werden. Hersteller setzen nun auf digitale Datenanalysen – der Wettlauf um Effizienz ist eröffnet.

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          Aufzüge sind ein Spiegel der Gesellschaft. Darüber kann Andreas Schierenbeck stundenlang reden. Jedes Land hat seine eigene Aufzugskultur, sagt Schierenbeck, Chef der Aufzugsparte von Thyssen-Krupp. „In Deutschland steigen Sie ein, gucken keinen an und steigen wieder aus. In Amerika ist es äußerst unfreundlich, beim Betreten der Kabine nichts zu sagen.“ In Japan wiederum drücke der Rangniedrigste den Knopf, und dann soll es am besten so ruhig wie möglich nach oben gehen. „Die New Yorker hingegen mögen einen ‚rough ride‘, da müssen wir zum Teil so nachjustieren, dass sie es merken, wenn der Aufzug fährt. Das ist irrsinnig spannend“, sagt Schierenbeck.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Es mag kurios klingen, aber Aufzug ist nicht gleich Aufzug. Rund um die Welt gibt es etwa 8000 Liftvarianten, schätzt Thyssen-Krupp. Und allein in Deutschland betreibt der Stahlkonzern ungefähr 680.000 Aufzüge, von denen gut die Hälfte älter ist als 25 Jahre. Statistisch gesehen, sind sie das sicherste Fortbewegungsmittel der Welt. Und doch fallen sie auch immer wieder aus. Vier- bis sechsmal im Jahr bleibt ein Aufzug im Schnitt stehen. Entweder blockiert eine Tür, oder die Mechanik hakt. Global hochgerechnet, summieren sich die Ausfälle auf 190 Millionen Stunden im Jahr. Zeit, in der Menschen in Hochhäusern vor geschlossenen Türen stehen oder sich Stockwerk um Stockwerk auf der Treppe vorarbeiten. „In der Aufzugsindustrie war es bislang vollkommen okay, das zu akzeptieren“, sagt Schierenbeck. In anderen Industrien sei das nicht so. „Da habe ich gesagt, lass uns die Ausfallzeit halbieren.“

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