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Cebit 2018 : Schulfach Digitalkunde soll Grundschüler begeistern

Der IT-Mittelstand will die Digitalisierung ins Klassenzimmer bringen. Bild: dpa

In Deutschland fehlen zehntausende IT-Spezialisten. Der IT-Mittelstand will daher dort ansetzen, wo der Grundstein gelegt wird: in der Schule.

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          Wenn Deutschland die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft positiv gestalten will, dann braucht es dazu vor allem eines: qualifiziertes Personal, das die nötigen Softwareprogramme schreiben und mit den riesigen Datenmengen umgehen kann. Da solche Fachkräfte derzeit nahezu überall gesucht werden, kann der Bedarf der Unternehmen immer weniger gestillt werden.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Laut Branchenschätzungen sind mehr als 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Dieser Fachkräftemangel ist auch ein wichtiges Thema auf der Branchenmesse Cebit in Hannover in dieser Woche. Besonders betroffen ist der Mittelstand, sagt Oliver Grün, Präsident des Bundesverbands des IT-Mittelstands in Hannover. Dieser Mittelstand stehe immerhin für 60 Prozent der Arbeitsplätze in der IT-Wirtschaft, aber nur für 40 Prozent des Branchenumsatzes. Den rund 2000 im Verband zusammengeschlossenen Unternehmen fällt es zunehmend schwer, im Wettbewerb mit den bekannten Konzernmarken die begehrten Spezialisten zu gewinnen und zu halten.

          Die Lösung liegt aus Sicht des Mittelstands in den Themenfeldern Bildung und Weiterbildung sowie Vernetzung, weshalb der Verband ein entsprechendes Paket an Maßnahmen und Empfehlungen geschnürt hat. Für ein besonderes Projekt im Bereich Weiterbildung fiel in Hannover der Startschuss. Derzeit werden rund 85 Prozent der IT-Fachinformatiker im Mittelstand ausgebildet.

          „Riesiger Bedarf“

          Aber es gibt laut Verbandspräsident Grün eine Bildungsbarriere: Wollen die rund 200000 Fachinformatiker ein Bachelor-Studium der Wirtschaftsinformatik beginnen, bekommen sie weder Ausbildung noch Berufserfahrung anerkannt. „Deshalb haben wir eine Kooperation mit der TH Brandenburg aufgelegt, welche die berufliche Anerkennung vorsieht“, kündigte Grün an. Andreas Johannsen, Informatik-Professor der TH, spricht von einem zweischneidigen Schwert bei der beruflichen Anerkennung: Schließlich soll die akademische Lehre nicht verwässert werden.

          Die guten Erfahrungen mit Bundeswehrsoldaten hätten die Hochschule allerdings ermutigt, den neuen Weg zu gehen. Wer zwei Jahre Berufserfahrung mitbringt, kann einen dualen Studiengang beschreiten, wenn er diverse Aufnahmetests erfolgreich abschließt. Das Bachelor-Studium kann sich dann für die Teilnehmer von drei Jahren auf zwei Jahre verkürzen. Das Projekt werde aufmerksam von anderen Informatikern verfolgt, sagt Johannsen, im Erfolgsfall könne man es auf andere Standorte übertragen. Konkrete Erwartungen zur Akzeptanz des Programmes wollen Johannsen und Grün nicht formulieren. Aber Grün ist überzeugt, dass das Angebot angenommen wird: „Es ist ein riesiger Bedarf da“, sagt Grün.

          Immer noch viel mehr Männer

          Damit Deutschland auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten genügend Technikspezialisten zur Verfügung stehen, setzt der IT-Mittelstand allerdings noch auf Maßnahmen, die schon Schüler für Naturwissenschaften, Technik und Mathematik (MINT) begeistern sollen. Deshalb fordert der Verband von der Politik die Einführung des Schulfaches „Digitalkunde“ in Grundschulen. Damit solle in einer frühen Phase schon der Grundstein für ein tiefes Verständnis von Technologien vermittelt werden, die unseren Alltag schon heute bestimmen. „Das wäre auch eine große Chance, Mädchen für MINT zu gewinnen und nicht schon früh zu verlieren“, sagt Grün mit Blick auf den nach wie vor sehr hohen Männeranteil in der IT-Branche.

          Das zweite Themenfeld der Zukunft heißt aus Sicht des Mittelstands Vernetzung. Mit einem eigenen Siegel wird „Software made in Germany“ ausgezeichnet. Mittlerweile wurden fast 600 solcher Siegel vergeben, wie Martin Hubschneider von der Software AG berichtet. „In vielen kleinen Bereichen sind deutsche Software-Unternehmen klare Marktführer, das ist häufig nicht bekannt“, sagt Hubschneider. Mit einem nach transparenten Kriterien vergebenen Siegel könnten deutsche Softwareanbieter ihre Qualitäten stärker in den Vordergrund rücken. Die Nachfrage nach sicheren Lösungen steigt laut Hubschneider.

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