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Neue EU-Regeln : Wer künftig noch mit Drohnen fliegen darf

  • -Aktualisiert am

Die neuen Regeln sollen den Flugverkehr mit Drohnen sicherer machen. Bild: dpa

Unbemannte Fluggeräte müssen registriert werden und Piloten Trainings nachweisen. Die neuen EU-Regeln gefallen nicht jedem.

          Immer häufiger tauchen Drohnen in der Luft auf. Zivile Drohnen vor allem von den Herstellern Parrot und DJI schwirren auf Parkwiesen in die Luft, gesteuert von Privatleuten mit Controllern oder ihrem Smartphone. Doch nicht nur durch sie wird es am Himmel künftig enger: Auch Forscher, Behörden und Unternehmen entdecken die Drohnen gerade – und erhoffen sich von ihnen ganz neue Geschäftsmodelle und mehr Effizienz. Ob im Baugewerbe, der Landwirtschaft oder zur Inspektion von Bohrinseln: viele Kontrollgänge, die bislang von Menschen erledigt wurden, dürften in Zukunft verstärkt ferngesteuert sein. Die Kameras der Drohnen als Auge helfen ihren Piloten, am Kölner Dom wurden etwa schon Engelsfiguren in 160 Meter Höhe auf Verwitterung inspiziert.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Die EU-Kommission schätzt, dass der Einsatz von unbemannten Flugkörpern in den kommenden zehn Jahren stark wächst, das Volumen des Drohnen-Marktes soll jährlich bei rund 15 Milliarden Euro liegen. 150 000 neue Arbeitsplätze bis zum Jahr 2050 erwartet die Brüsseler Behörde. Auch aus diesem Grund hat das Europarlament nun gemeinsame Sicherheitsvorschriften für die EU beschlossen. Das Plenum muss der Reform der europäischen Flugsicherheitsverordnung aus dem Jahr 2008 noch zustimmen. Nun sollen Drohnen in nationalen Dateien registriert werden, damit sie genau ihren Betreibern zugeordnet werden können. Zudem werden Trainings in bestimmten Fällen verpflichtend. Eine besondere Rolle fällt der in Köln ansässigen Agentur für Flugsicherheit (EASA) zu sowie den nationalen Aufsichtsbehörden. Sie können besondere Risikozonen definieren, die nicht überflogen werden dürfen.

          Allein: Vieles dieser Verordnung gibt es mit gewissen Abstrichen in Deutschland schon. Es gibt zahlreiche Regeln: Von einem Gewicht von 200 Gramm an brauchen Drohnen heute schon eine feuerfeste Plakette mit Informationen über den Besitzer. Wenn das Fluggerät mehr als 2 Kilogramm wiegt, muss der Pilot eine Art Führerschein besitzen, der zeigt, dass er die Drohne sicher steuern kann. Und von 5 Kilogramm an – spätestens davon sind nur noch kommerzielle Piloten betroffen – entscheiden Behörden vor jedem Flug über eine Aufstiegsgenehmigung. Unternehmen wie DJI, der größte Anbieter von Drohnen auf der Welt, haben in ihre Fluggeräte schon sogenannte „Do not fly“-Zonen einprogrammiert. Über Flughäfen, Atomkraftwerken oder anderen kritischen Infrastruktureinrichtungen stoßen die Drohnen an unsichtbare Wände oder heben gar nicht erst ab. Im Fall von Ermittlungen kann DJI auch die Fernsteuerungen und Geräte orten, um der Polizei zu helfen.

          Viele wissen nicht, was es alles zu beachten gibt

          Insgesamt sind die Regeln, was Drohnenpiloten dürfen und was nicht, schon jetzt reichlich unübersichtlich. Das führt nicht unbedingt dazu, dass das Vertrauen in die Fluggeräte steigt. Deshalb zuckt Antony Pfoertzsch auch bloß mit den Achseln. Pfoertzsch ist Chef von Neodronics, einem Unternehmen, das seit drei Jahren Bordcomputer oder bestimmte Aufsätze wie Mobilfunkantennen für Drohnen entwickelt. Ein zweites Unternehmen von ihm vermietet Drohnen an Unternehmen, denen die eigene Anschaffung zu teuer ist.

          „Europa kann es sich eigentlich nicht leisten, den Markt noch mehr zu reglementieren“, sagt Pfoertzsch. Schon jetzt seien die Amerikaner und Chinesen viel weiter, „weniger verkrampft“ nennt Pfoertzsch das. Die Regel 107 der Bundesluftfahrbehörde der Vereinigten Staaten etwa würde Piloten mehr Freiheiten geben – und im Fall eines Unfalls gebe es vernünftige Haftungsregeln. „Mit der Drohnenverordnung ist es leider wie mit der Datenschutzgrundverordnung – manches widerspricht sich, und unterschiedliche Länder und Behörden haben verschiedene Vorstellungen“, sagt Pfoertzsch. Trotzdem werde der Markt stark wachsen, weil die Preise künftig sinken werden.

          Für DJI, das mit rund 80 Prozent Marktanteil der größte Anbieter ist, sind daher Aufklärung und der Abbau von Vorbehalten besonders wichtig. André Müller leitet einen Verein mit 30 Leuten in Hannover, der etwa der Justizvollzugsanstalt erklärt hat, was Drohnen eigentlich können und was nicht, oder Audi dabei hilft, sein Werksgelände zu vermessen. „Wir fahren auch in die Media-Märkte und zu den Verkäufern, einfach um Fragen zu beantworten“, sagt Müller. Vielen sei noch gar nicht bewusst, was es von Modellflugversicherung bis zu verschiedenen Lufträumen alles zu beachten gebe.

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