https://www.faz.net/-gqe-7n5oe

Datenspeicherung : Die Cloud – für Einsteiger

  • -Aktualisiert am

Auch Betriebssysteme müssen sich anpassen und werden schlanker: Mit Anbindung an die Cloud übernimmt der Browser immer mehr von deren Aufgaben. Programme gibt es dann nicht mehr fest auf den Rechnern installiert, sondern nur noch online. Bereits von 2015 an wird Software stark auf Abruf übers Internet genutzt, sagen IT-Experten. Spätestens von 2025 an liegen über 75 Prozent der privaten und geschäftlichen Daten in der Datenwolke, schätzen sie.

5. Wer sind die bekanntesten Anbieter?

Amazon ist der weltweit größte Anbieter von Cloud-Dienstleistungen, beim Konzern bekommt jeder Kunde fünf Gigabyte freien Speicherplatz, auf denen er etwa gekaufte Musik speichern kann. Google und Yahoo sind die anderen großen Namen. Viele kennen auch Apples iCloud, mit der man Daten auf maximal zehn Geräten synchron halten kann. Sie ist bereits ins Betriebssystem eingebunden, der Nutzer muss nur noch entscheiden, ob Computer, Tablet oder Smartphone später Backups auf der Festplatte daheim ablegen sollen oder direkt auf der Cloud. Letzteres geht einfach, doch Datenschützer bemängeln, dass die Daten auf Amazon-Servern gespeichert werden, oft ohne Wissen der Kunden.

6. Was kostet das?

Wer lediglich kleinere Dateien wie Fotos teilen will, kommt mit freien Diensten aus: Marktführer Flickr bietet ein Terabyte Photo-Speicherplatz unentgeltlich an. Um die ganze Festplatte zu sichern, muss man schon einige Euro ausgeben: Die meisten Online-Speicherdienste bieten gratis nur bis zu 20 Gigabyte Platz. Wer mehr hochladen will, muss ein Abo abschließen (vier bis zehn Euro pro Monat). Musik oder Filme aus der Cloud gibt es werbefrei für monatlich rund 10 Euro. Kollaborationstools wie Doodle oder Evernote sind für Privatnutzer kostenlos.

7. Wie kann ich meine Daten teilen?

Manche Cloud-Dienste wie Flickr sind darauf ausgelegt, dass die ganze Welt Zugriff auf die Bilder hat. Wer dagegen seine Unterlagen bei Speicherdiensten wie Dropbox hochlädt, will, dass sie nur bestimmten Nutzern zugänglich sind. Die Anbieter erlauben es daher meist, lediglich ausgewählte Daten über einen E-Mail-Link zu teilen. Die Bezahlversionen bieten oft mehrere Benutzerkonten.

8. Wie sicher sind die Daten?

Sind die Daten einmal in der Wolke verschwunden, kann der Benutzer nicht mehr genau nachvollziehen, was der Anbieter damit tut: Der Cloudanbieter speichert sie auf Rechnern irgendwo in der Welt. Der Kunde weiß meist nicht, wie gut sie dort etwa vor Hackern geschützt sind. Er weiß häufig nicht einmal, in welchem Land sie enden. Oft lagern sie auf amerikanischen Servern. Deshalb ist auch schwer abzuschätzen, inwieweit Geheimdienste wie die NSA Zugriff haben. Deutsche Datenschutz-Standards gelten nur, wenn de Daten auch auf hiesigen Servern gespeichert sind.

9. Wie schütze ich meine Daten?

Generell gilt: Wer mein Passwort knackt, kann auch an meine Daten. Wie bei allen Internetgeschäften sollte das Login-Passwort daher möglichst sicher sein. Ein Phantasiewort aus Buchstaben, Zahlen und mindestens zwölf Zeichen ist gut. Für sensible Daten gilt das oberste Internetgesetz: Verschlüsseln ist besser als vertrauen. Anbieter wie Boxcryptor bieten Verschlüsselungssoftware.

Diese codiert die Daten, bevor man sie auf Online-Speicher wie Dropbox hochlädt. Einige Anbieter wie der Backup-Dienst Wuala verschlüsseln selbst, was auf ihre Server geladen wird. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Cloud-Anbieter ein sicheres Übertragungsverfahren nutzt wie https (zu erkennen der Buchstabenfolge „https“) am Anfang der Browserzeile). Sonst könnten Daten zwischen heimischem Computer und der Cloud abgegriffen werden. Wer Daten über W-Lan hochlädt, sollte sein Netzwerk mit einem Passwort schützen.

Weitere Themen

CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

Topmeldungen

Annalena Baerbock am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Buches.

Grüne Industriepolitik : Willkommen in der Wirklichkeit

Annalena Baerbocks Industriepolitik zeigt: Ziele hochzuschrauben, darin sind die Grünen gut. Wie es geht, da laufen sie hinterher.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.