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Gründer in Deutschland : Verlasst die Höhle!

Beratung für potentielle Gründer auf der Cebit. Bild: dpa

In Deutschland wird immer weniger gegründet. Dabei wird die Situation für Start-ups besser. Denn am nötigen Fördergeld mangelt es nicht. Auf der Cebit präsentieren sich einige Gründer.

          Die jüngste gescheiterte Start-up-Idee aus Hannover hat mit Carsten Maschmeyer zu tun. Der recht berühmte Sohn der Stadt wollte nämlich mit einer Fernsehsendung namens „Start Up“ den immensen Erfolg der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ nachahmen. Das ging allerdings gehörig nach hinten los: Wegen viel zu schwacher Quoten schmiss Sat 1 die Sendung schnell wieder aus dem Programm, da half auch nicht, dass Maschmeyer zu Werbezwecken auf dem Kurznachrichtendienst Twitter 10 000 Euro an die Person auslobte, die ihn besonders kreativ beleidigte.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Nun gehört Scheitern zum Erfolg dazu, und Maschmeyer darf immerhin auch in dem Vox-Format, das von Herbst an in der nun fünften Staffel wohl wieder Millionen an die Bildschirme locken wird, als Löwe sein Urteil zu den Gründern abgeben. Und doch schicken sich in Hannover einige Jungunternehmer an, es besser zu machen als der Investor, um nicht wieder schnell in der Versenkung zu verschwinden.

          Noch bis zum 15. Juni findet im Rahmen der Cebit nämlich abermals der Start-up-Wettbewerb Scale 11 statt. Dort präsentieren sich Hunderte Start-ups und treffen auf schon etablierte Unternehmen und Investoren. Um Aufmerksamkeit für gute Gründungsideen zu bekommen, braucht es in Deutschland längst nicht mehr Fernsehshows, in denen Unternehmer sich der Dramaturgie von Privatsendern unterwerfen müssen.

          Zwar ist die „Höhle der Löwen“ bei vielen Gründern immer noch sehr beliebt, weil die Zugriffszahlen auf die Online-Shops der Start-ups am Tag der Ausstrahlung für gewöhnlich in die Höhe schießen. Doch um nachhaltigen Erfolg zu haben, gehört einiges mehr dazu, vor allem ein solides Netzwerk.

          Ein solches soll der Start-up-Wettbwerb aufbauen. Bei Scale 11 verabreden sich Start-ups mit potentiellen Geldgebern zum „Speeddating“, um ihre Ideen vorzustellen, sie erzählen auf sogenannten „Fuckup Nights“ von ihren größten Misserfolgen als Gründer und treffen auf der Expo an ihren Ständen die Besucher der Cebit.

          Zahl der Gründer geht zurück – doch das muss Start-ups nicht sorgen

          Die Jungunternehmer gehören zu einer schrumpfenden Gruppe in Deutschland, rein von den Zahlen betrachtet: So wagten im vergangenen Jahr laut Gründungsmonitor der KfW-Bank gerade mal 557 000 Menschen den Schritt in die Selbständigkeit, 17 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten betreiben ihr Unternehmen zudem nur im Nebenerwerb. Vollzeitgründer gab es nur 234 000.

          Rund um die Jahrtausendwende, als der Neue Markt blühte, gründeten noch weit mehr als eine Million Menschen im Jahr ein Unternehmen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist diese Zahl drastisch gesunken. Aber vor allem der wirtschaftliche Aufschwung in den vergangenen Jahren hat das Gründungsgeschehen beeinträchtigt. Denn dadurch, dass fast alle Unternehmen händeringend nach Fachkräften suchen, ist der Anreiz gering, sich mit einer Unternehmensgründung in die Unsicherheit zu stürzen.

          Auch einer der bekanntesten Internet-Gründer weltweit ist zu Gast in Hannover: Wikipedia-Schöpfer Jimmy Wales.

          Informatiker sind zum Beispiel überall gefragt, da liegt es nicht auf der Hand, ein Tech-Start-up zu gründen. Auch deshalb will das Bundeswirtschaftsministerium die Zahl der Gründer in Deutschland in die Höhe treiben. Gemeinsam mit der KfW hat es das Internetportal „Gründerplattform“ aufgesetzt. Das soll dabei helfen, einen Geschäftsplan aufzustellen und Förderkredite zu beantragen.

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