https://www.faz.net/-gqe-8erll

Künstliche Intelligenz : Ein tanzender Roboter entzückt die Cebit-Besucher

  • -Aktualisiert am

Bild: Jonas Jansen

In Japan rollt der Androide Pepper schon durch Läden und betreut Kinder. Auf der Computermesse in Hannover präsentiert er sich nun auch dem europäischen Publikum.

          1 Min.

          Wer auf der Computermesse Cebit in Hannover die Halle 8 betritt, kann Technik sehen, die begeistert. An einem kleinen Stand direkt hinter dem Eingang steht in einem Halbkreis eine Traube von Menschen, die allesamt lächeln und ein wenig ungläubig staunen. Vor ihnen bewegt sich ein etwa brusthoher weißer Roboter, der auf Englisch parliert, sich dabei dreht und gestikuliert, sich abklatschen und umarmen lässt – und ganz am Ende sogar eine kleine Tanzeinlage hinlegt.

          Pepper heißt der Roboter und stammt aus Japan. Dort begegnen Menschen ihm und seinen baugleichen Kollegen schon öfter. In japanischen Läden steht der Roboter bereit, um Kunden zu begrüßen, ihre Fragen zu beantworten oder ihre Beschwerden entgegenzunehmen.

          Mehr Videos und Texte von der IT-Messe Cebit finden Sie auf unserer Themenseite.

          So berät Pepper schon seit anderthalb Jahren in den japanischen Filialen des Kaffeekapsel-Herstellers Nescafé potentielle Käufer, welcher Kaffee der richtige für sie ist. Manchmal macht er dabei auch einen Scherz, weil er die Mimik seines menschlichen Gegenübers erkennen kann und so zum Beispiel weiß, ob der Mensch traurig, fröhliche, wütend oder neutral gestimmt ist.

          Pepper rollt auch schon durch Europa

          Die Roboter gehören in Japan auch schon zu mancher Familie, wo sie Kinder oder alte Menschen durch den Alltag begleiten, und ihnen zum Beispiel Nachrichten vorlesen, die ihre Familienangehörigen per Mail geschickt haben. Hinter Pepper steht das Unternehmen Aldebaran, das zum japanischen Telekommunikationskonzern Softbank gehört. Der Auftritt auf der Cebit ist auch dazu da, den Roboter in Europa bekannter zu machen.

          Gib die Hand: Pepper begrüßt einen Cebit-Besucher.

          Denn hier befindet sich der Roboter noch weitgehend im Experimentierstatus. Nach Angaben eines Aldebaran-Mitarbeiters am Cebit-Stand probiert die französische Staatsbahn SNCF derzeit, wie ihre Kunden auf Pepper reagieren und mit ihm kommunizieren. Außerdem setzt die französische Supermarktkette Carrefour testweise sieben Roboter ein.

          In drei französischen und zwei spanischen Filialen werben die Roboter für das Kundenbindungsprogramm der Kette und sammeln Reaktionen der Einkäufer ein. Vom Frühjahr an soll Pepper auch auf den Aida-Kreuzfahrtschiffen der Costa-Reederei die Gäste begrüßen und ihnen mit Rat zur Seite stehen. Wann auch erste Versuche mit dem Roboter auf dem deutschen Festland starten, ist unklar. Wer ihn derzeit in Aktion erleben will, muss also nach Hannover kommen.

          Weitere Themen

          Das Ringen um die Strategie der EZB beginnt

          Inflationsziel : Das Ringen um die Strategie der EZB beginnt

          Einen Tag nach der ersten Sitzung des EZB-Rats mit seiner neuen Chefin Christine Lagarde nimmt die Debatte um die Strategie der Notenbank an Fahrt auf: Passt das Ziel der Euro-Notenbank noch in die Zeit?

          Topmeldungen

          Altmunition im Meer : Sprengstoff im Fisch

          1,6 Millionen Tonnen Munitions- und Sprengstoffreste werden in der deutschen Nord- und Ostsee vermutet. Sie lösen sich langsam auf – und belasten schon jetzt stellenweise Tiere und Pflanzen.

          Kein grünes Licht für Ungar : Von der Leyen kann noch nicht aufatmen

          Der Start von Ursula von der Leyens neuer EU-Kommission bleibt in der Schwebe: Der Kommissarkandidat aus Ungarn muss in die Nachbefragung. Und wegen Großbritanniens Weigerung, vor den Neuwahlen einen Bewerber zu nominieren, leitet Brüssel derweil ein Strafverfahren ein.
          Ort einer Tragödie: S-Bahnhof Frankenstadion in Nürnberg (Archivbild)

          Am S-Bahnsteig : Stoß mit tödlichem Ende

          Zwei Jugendliche sind in Nürnberg angeklagt, zwei Schüler ins Gleisbett geschubst zu haben. Die beiden Jungen hatten keine Chance: Den Angriff konnten sie nicht sehen – die Täter standen hinter ihnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.