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Startups bei Code_n : Innovationen auf 4 Quadratmetern

  • -Aktualisiert am

Viel los bei Code_n Bild: Becker-Wahl

Beim Code_n Wettbewerb auf der Cebit zeigen Startups, wie das Internet der Dinge den Alltag verändern kann. Vom Thema Smart Home bis Gesundheit ist alles dabei.

          3 Min.

          Das Internet der Dinge wird die Welt verändern: Zu einer Welt, in der Maschinen denken, Städte schlau sind und die Wohnung vorausahnt, was ihr Bewohner als nächstes tut. Teile davon sind längst Realität. Doch diese neue Welt steht noch vor großen Herausforderungen, birgt Risiken und gleichzeitig Chancen.

          Für den Wettbewerb Code_n haben 400 Startups ihre Lösungen eingereicht. Die 50 Besten stellen auf der Cebit ihre Ideen vor, suchen nach Investoren und Kontakten zu etablierten Unternehmen. Wer nach neuen, innovativen Geräten für den Endverbraucher sucht, wird bis auf wenige Ausnahmen enttäuscht werden. Denn die Startups entwickeln vor allem Software. Die betrifft dafür fast jeden Lebensbereich: das eigene Zuhause, den Straßenverkehr, den öffentlichen Raum, Krankenhäuser, Unternehmen, Fabriken, die Landwirtschaft. Zudem kommen sie aus den unterschiedlichsten Ländern:

          Während der kommenden zwei Messetage berichten Schüler der Kölner Journalistenschule hier über die wichtigsten Trends und verlinken Artikel zu den folgenden Themen:

          Intelligente Daten: Das Internet der Dinge könnte durch die intelligente Nutzung von Daten ganze Industrien und Städte verändern. Zuerst sammeln Sensoren massenhaft Daten, diese wandern in die Cloud, von dort werden sie analysiert. So lassen sich Prozesse automatisieren, Entwicklungen vorhersagen. Man spricht von der Industrie 4.0, von der vierten industriellen Revolution. Durch vernetzte Maschinen und Datenanalyse soll die Produktion effizienter, automatisierter und persönlicher werden.

          Wie das funktionieren könnte, ist eines der großen Themen in der Code_n Halle. Nicht nur Fabriken, auch die Städte der Zukunft sollen intelligent sein. In der Smart City fließt der Verkehr, lästige Parkplatzsuche ist Vergangenheit, Energie wird effizient genutzt - wird sich das Internet der Dinge auch im öffentlichen Raum durchsetzen?

          Smart Home: Wenn die eigene Wohnung schlau ist, brüht die Kaffeemaschine den Espresso, sobald der Wecker klingelt. Das Licht passt sich pünktlich zum Tatort am Sonntagabend an, währenddessen hat der Kühlschrank die fehlende Milch nachbestellt - ganz wie der Bewohner es wünscht. Aber ist das Smart Home mehr als Komfort und nette Spielerei? Es kann auch dabei helfen, den Stromverbrauch zu senken, Arbeit abnehmen oder es alten Menschen ermöglichen, länger im eigenen Heim zu bleiben.

          Diese Lösungen sind zum Teil noch teuer und haben auch einen weiteren Preis: eine Masse an persönlichen Daten, deren Schützer das Smart Home kritisch sehen. Ein weiteres Problem: Die einzelnen Geräte und Anwendungen sprechen selten dieselbe Sprache, laufen über das Internet, das Stromnetz oder Bluetooth. Für die Startups ist vor allem das interessant: Wie erstellt man in diesem unübersichtlichen Markt eine nutzerfreundliche Anwendung, die alles vereint?

          Fitness und Gesundheit: In einer Zeit, die von Selbstoptimierung geprägt ist, versuchen die Unternehmen den Gesundheitstrend mit neuen Technologien weiterzuentwickeln. Daten werden gemessen, der Körper analysiert. Ob es sich um einen mit dem Smartphone verbundenen Turnschuh oder ein Laufshirt mit eingebauten Messfunktionen handelt - Fitness wird technologisch.

          Aber auch in die Gesundheitsbranche soll das „Internet der Dinge“ Einzug erhalten. Eine App für Diabetiker will Informationen über die eigenen Insulinwerte jederzeit verfügbar machen, ein Unternehmen hat ein Erkennungssystem für Menschen in Seniorenheimen entwickelt. Auch Softwares für eine Vernetzung verschiedener Krankendaten werden vorgestellt. Die Fitness wird kontrolliert, die Gesundheit mit Geräte verbunden. Muss sich die Branche vernetzen oder wird unser Körper zu einer reinen Datenansammlung?

          Mobilität: Drei Themen prägen die Ideen der Mobilitätsbranche: Die Parkplatzsuche zu optimieren, Schlösser mit mobilen Geräten zu verknüpfen und Autofahrten sicherer und schneller zu machen. Eine App für LKWs will Lieferfahrten möglichst kostengünstig gestalten, ein Fahrradschloss wird mit dem Smartphone verknüpft und verschiedene Apps können die Fahrtstrecke voraussehen. Zwischen optimaler Fahrtsicherheit und schnellstmöglicher Mobilität stellt sich die Frage, ob sich der Mensch auf diese Technologien verlassen kann - und soll: Wollen wir das Steuer an Smart-Phones abgeben?


          Alltag: Manche Startups lassen sich nicht in Kategorien zwängen - wie die kleine Live-Streaming Kamera. Wer will, teilt mit ihr sein komplettes Leben. Oder ein emotionaler Roboter, der Kindern Kreativität beibringt. Gadgets für den Endverbraucher testen in den kommenden Tagen Lara und Lars in ihrem Pro-Kontra-Format.

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