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China auf der Cebit : Deutsche IT für die „Fabrik der Welt“

Der IT-Markt in China boomt. Bild: AFP

China bekommt als Gastland der Cebit einen großen Auftritt. Der IT-Markt in der „Fabrik der Welt“ boomt und auch deutsche Unternehmen sehen positiv in die Zukunft.

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          Wenn mit der Cebit in Hannover die größte Computermesse der Welt ihre Tore öffnet, wird die deutsche IT-Industrie mit viel Rückenwind und guten Aussichten an den Start gehen. Die Stimmung in der Branche ist derzeit so gut wie lange nicht. Jedes zweite Unternehmen der Branche ist wegen der guten Auftragslage derzeit auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, 85 Prozent der Unternehmen rechnen für dieses Jahr mit steigenden Gewinnen. Kein Wunder, werden doch weite Bereiche der Wirtschaft derzeit durchdigitalisiert.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir stecken mitten in einer neuen industriellen Revolution“, sagte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, auf einer Veranstaltung im Vorfeld der Cebit. „Und die IT-Branche spielt als Ausrüster eine Schlüsselrolle.“ Im vergangenen Jahr erlösten deutsche Unternehmen mit Geräten und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnologie rund 154 Milliarden Euro. Der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist China. Von dort wurden 2014 IT-Waren im Wert von mehr als 14 Milliarden Euro eingeführt.

          China wird in diesem Jahr Gastland der Cebit und mit rund 600 Unternehmen vertreten sein. Darunter befinden sich Größen wie das Internethandelshaus Alibaba, die Telekomausrüster Huawei und ZTE sowie der Handyhersteller Xiaomi. China habe binnen weniger Jahre quasi aus dem Nichts führende Konzerne in der am schnellsten wachsenden Industrie der Welt hervorgebracht, sagte Shi Mingde, Botschafter der Volksrepublik in Deutschland. „Es gibt in China offenbar eine Start-up-Kultur, von der wir einiges lernen können“, erklärte Bitkom-Chef Kempf.

          2015 wieder steigende Ausstellerzahlen auf der Cebit

          Der IT-Markt in China wächst seit Jahren im zweistelligen Prozentbereich, ist mit rund 350 Milliarden Euro bereits halb so groß wie der Markt in den Vereinigten Staaten und mehr als doppelt so groß wie der in Deutschland. Während Deutschland mit dem Softwarehaus SAP und der Deutschen Telekom lediglich zwei Unternehmen vorweisen kann, die in der ersten Liga der Branchen spielen, sind im Reich der Mitte eine Reihe von Multimilliarden-Konzernen herangewachsen. Alibaba legte 2014 den bislang größten Börsengang der Welt aufs Parkett. Jack Ma, Gründer und Chef von Alibaba, wird zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Mitte März stattfindende Cebit eröffnen.

          Mit dem Einzug der Digitalisierung in das Verarbeitende Gewerbe wird China, das wegen seiner riesigen Kapazitäten auch als „Fabrik der Welt“ gilt, seine Industrie in den kommenden Jahren komplett modernisieren. Das eröffnet deutschen Fabrikausrüstern, Maschinenbauern, Software- und IT-Dienstleistern große Möglichkeiten. Der Cebit kann das neuen Schwung geben. Es wird auf der Messe mit vielen Vertragsabschlüssen zwischen beiden Ländern gerechnet.

          So steht eine der umfassendsten IT-Schauen der vergangenen Jahre in Hannover an. „Wir haben in diesem Jahr mit Konzernen wie Konica Minolta oder Alcatel Lucent wieder Aussteller gewonnen, die der Cebit jahrelang ferngeblieben sind. Auch werden sich Unternehmen wie die Autobauer Tesla oder Volkswagen zeigen. Damit haben wir wieder steigende Ausstellerzahlen“, sagte Oliver Frese, der in der Deutschen Messe AG für die Cebit verantwortlich ist.

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