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Cebit : Was eigentlich ist das Internet der Dinge?

  • -Aktualisiert am

In einem amerikanischen Amazon-Versandzentrum transportiert ein orangefarbener Roboter ein Regal mit Büchern und Geschenken direkt zur Verladestation. Bild: Bloomberg

Ein Schlagwort macht Karriere: Im „Internet der Dinge“ kommuniziert alles mit allem. Bloß ohne Menschen.

          Wo auch immer Sie gerade beginnen, diesen Text zu lesen - schauen Sie auf, legen Sie das Smartphones oder das Tablet für einen Moment beiseite, und sehen Sie sich um. Was sehen Sie? Vielleicht sitzen Sie in der Küche und sehen vor sich Ihr Besteck neben der Kaffeetasse liegen, während hinter Ihnen der Toaster die nächste Scheibe Brot röstet. Ein Blick aus dem Fenster zeigt Ihren Nachbarn, der gerade mit seinem Hund in den Hof einbiegt. Vielleicht sitzen Sie aber auch in der U-Bahn und beobachten Ihre Sitznachbarin oder lassen auf einer Parkbank in der Sonne das Leben an sich vorbeiziehen.

          Und nun stellen Sie sich vor, dass alle Dinge um Sie herum - das Besteck, der Toaster, die Hundeleine des Nachbarn, der Regenschirm Ihres Gegenübers in der U-Bahn, die Parkbank, vielleicht sogar die Narzissen auf der Wiese im Park - mit dem Internet verbunden sind und sich in ständigem Dialog miteinander befinden. Ihr Besteck ist mit Sensoren ausgestattet, die registrieren, was und wie schnell Sie essen, und sendet diese Daten an einen Cloud-Server, wo sie mit den Daten verknüpft werden, die Toaster, Kühlschrank und Kochtöpfe über Ihre Essgewohnheiten sammeln. Essen Sie zu schnell, zu viel oder das Falsche, piepst Ihre Gabel. Oder der Toaster weigert sich, eine weitere Scheibe Toast zu produzieren, bevor Sie nicht eine Runde joggen waren - eine Information, die Ihre internetfähigen Socken sofort an den Toaster übermitteln.

          Das Hundehalsband registriert, dass der Hund zum Tierarzt muss, gleicht die Datenbank der Arztpraxis mit dem Kalender des Nachbarn ab und macht eigenständig einen Termin. Der Regenschirm der Dame in der U-Bahn färbt sich eben blau, weil er dem Online-Wetterbericht entnommen hat, dass es gleich anfangen wird zu regnen. Und die Sensoren an der Parkbank und an den Narzissen übermitteln die Lichtverhältnisse im Park an eine Lampe, die sie auf dem Nachttisch eines Freundes auf der anderen Seite der Erde reproduziert.

          Der Kühlschrank weiß, wann die Milch zur Neige geht.

          Das ist die Welt, die den Vordenkern des sogenannten „Internets der Dinge“ vorschwebt - oder des „Internet of Everything“, wie besonders ambitionierte Vertreter sagen. Das Ziel ist es, allen Dingen, die bisher auf die Steuerung durch ihre menschlichen Besitzer angewiesen sind, mit Hilfe des Internets eine Art Eigenleben einzuhauchen. Von „enchanted objects“ spricht David Rose, Unternehmer und Forscher am Medialab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) - „verzauberte Dinge“, die durch die Vernetzung über ihren alltäglichen Gebrauchswert hinauswachsen sollen.

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