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Cebit : Mit dem Handy das Bier bezahlen, die Heizung anstellen und Videos verschicken

  • -Aktualisiert am

In der vernetzten Zukunft: Das Internet ist immer und überall. Bild: Foto Wolfgang Eilmes

Die Cebit weist den Weg in eine vernetzte Zukunft.

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          Es wird wie Magie aussehen: Wer abends aus dem Büro nach Hause kommt, wird von seiner Lieblingsmusik begrüßt. Der Fernseher weist auf interessante Sendungen am Abend hin; auf dem Bildschirm blinken Nachrichten: "Estelle hat angerufen; sie kommt eine Stunde früher; Amazon liefert das bestellte Buch schon morgen; Ihr Aktienfonds ist heute um zwei Prozent gestiegen."

          Dann kommt eine Videobotschaft des Tennispartners herein: "Lust auf ein Spiel am Abend?" Klar doch. Auf dem Weg zum Tennisplatz meldet das Display im Auto "Claudia hat eine Mail geschickt. Jetzt vorlesen?" Nach dem Sport ein Bier - bezahlt mit einem Tastendruck auf dem Mobiltelefon. Dann zeigt das Handy an, dass sich gerade zwei gute Freunde der Kneipe nähern. Also lieber noch bleiben. Das verpasste Fußballspiel lässt sich auf Knopfdruck jederzeit später anschauen. Und per Multimedia-Nachricht wird sowieso jedes Tor sofort angezeigt. Auf dem Rückweg meldet sich die Hauselektronik: Temperatur in der Wohnung auf 13 Grad gefallen. Auf 20 Grad aufwärmen? Gerne.

          Zu Hause zeigt der Fernseher das Fußballspiel - selbstverständlich werbefrei, weil die Werbeunterbrechungen automatisch aus der Aufzeichnung gelöscht werden. Dann taucht die Mitteilung auf: "Wichtige Nachricht: Der Termin in München fällt morgen aus" meldet sich der Bürocomputer. Das Spiel wird automatisch unterbrochen, die Frage angezeigt: "Flug nach München jetzt stornieren?" Ja. Also nicht um sechs Uhr aufstehen müssen. Ein guter Tag - in der digitalen Zukunft, die seit der diesjährigen Cebit nicht mehr so weit weg erscheint.

          Drahtlos und vernetzt

          Auf den ersten Blick brachte die weltgrößte Computermesse in diesem Jahr keine wirklich große Überraschung. Und doch hat die Cebit in Hannover den Grundstein für die drahtlose, vernetzte Zukunft gelegt. Über viele Innovationen wurde schon vor zwei Jahren geredet. Aber erst jetzt hat die Technik die Visionen eingeholt; aus Ideen sind einsatzbereite Produkte geworden.

          Die erste Kernbotschaft der Cebit lautet: Technik ist in Zukunft drahtlos. Alle Verbindungskabel werden bald aus der Computerwelt verschwinden. Wie Mobilfunkgespräche werden auch Bilder, Musik, Filme und Nachrichten auf unsichtbaren Pfaden durch die Luft übertragen. Die gute Nachricht für die Konsumenten ist die neue Einfachheit: Geräte, die mit der neuen Übertragungstechnik Bluetooth ausgestattet sind, erkennen sich automatisch. Auf der Cebit funkten Personalcomputer ihre Daten zum Drucker und Handys die Gespräche zum Minikopfhörer. Das Verschwinden der Kabel wird auch den bislang erfolglosen Versuchen, alle Geräte im Haushalt miteinander zu vernetzen, neuen Schwung verleihen.

          PC als Gerät für alles

          Im Zentrum wird dabei der Personalcomputer stehen. Er entwickelt sich vom hässlichen grauen Kasten im Arbeitszimmer zur edlen Schaltzentrale: Während der Normalnutzer heute den Personalcomputer braucht, um Briefe zu schreiben und im Internet zu surfen, wird der Computer in Zukunft Videorekorder, Stereoanlage, Telefon und Spielekonsole in einem sein. Analoge Bandgeräte haben ausgespielt. Und selbst der vernetzte Kühlschrank, der Barcodes lesen kann und automatisch anzeigt, wann die Milch sauer wird, rückt in einer kabellosen Welt wieder ins Blickfeld der Realisten.

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