https://www.faz.net/-gqe-9g5ts

CDU-Abgeordneter sagt : „Wir werden mehr Flüssiggas aus Amerika kaufen“

  • Aktualisiert am

Die Flüssiggastanker fahren immer dorthin, wo gerade am meisten für ihre Ladung gezahlt wird. Bild: Reuters

Donald Trump will, dass Deutschland Flüssiggas aus Amerika kauft. Zugleich macht er Druck gegen eine neue Leitung nach Russland – ein Experte erwartet den nächsten Schritt schon bald.

          Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, rechnet damit, dass Deutschland mehr Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten einführen wird. „Auch ohne die aktuellen Entwicklungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis waren wir ohnehin interessiert an Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete: „Deshalb gehe ich davon aus, dass wir LNG aus den Vereinigten Staaten in der mittleren Zukunft importieren werden.“

          Beyer zeigte sich auch offen für eine mögliche Subventionierung eines Flüssiggas-Terminals in Deutschland. „Es könnte einen Sinn machen an der Stelle, den Bau von Terminals zu fördern, wenn sich dies wirtschaftlich rechnet.“ Aber derzeit sei LNG-Gas im Vergleich zu Pipeline-Gas etwa aus Russland zu teuer.

          Beyer zeigte sich besorgt, dass die Führung in Washington zunehmend Druck gegen den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee macht. „Wir sehen, dass es eine verschärfte Rhetorik gibt.“ Er rechne mit einem nächsten Schritt der amerikanischen Seite zu Anfang des kommenden Jahres. „Darauf müssen wir uns einstellen.“

          Sowohl der amerikanische Präsident Donald Trump als auch der Kongress haben mit Sanktionen gegen Firmen gedroht, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind. Die Pipeline soll zusätzliches Gas aus Russland nach Europa bringen.

          Beyer wies die Kritik zurück, dass die deutsche Unterstützung für Nord Stream 2 ein Fehler sei. Deutschland müsse angesichts zurückgehender Gasförderung in der Nordsee nach neuen Bezugsquellen suchen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es ein „Einknicken vor irgendwelchem Druck aus Washington“ gebe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Eingriff in die bundesweite Verteilung von Krankenhäusern muss mit chirurgischer Präzision ausgeführt werden – sonst leidet die Versorgungssicherheit vor allem auf dem Land schnell.

          Zu viele Hospitäler : Der Patient Deutschland

          Die Deutschen lieben ihr Krankenhaus in direkter Nähe – mag es auch noch so schlecht ausgestattet sein. Daher hat auch die Politik kein Interesse an einem großflächigen Abbau der Hospitäler. Vernünftig ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.