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Carol Bartz : Ehemalige Yahoo-Chefin erhält 16 Millionen Dollar Abfindung

  • Aktualisiert am

Carol Bartz: Zweieinhalb Jahre Amtszeit, 16 Millionen Dollar Abfindung Bild: dapd

Die Trennung verlief schnell und schmutzig: Per Telefon setzte der Internetkonzern Yahoo seine Vorstandsvorsitzende Carol Bartz vor dir Tür. Die revanchierte sich mit derben Worten – und kann sich nun mit einer stattlichen Abfindung trösten.

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          Der angeschlagene Internetkonzern Yahoo hat seiner früheren Vorstandsvorsitzenden Carol Bartz im vergangenen Jahr ein Abfindungspaket von 16,4 Millionen Dollar (12,4 Millionen Euro) geschnürt. Dazu zählte auch eine einmalige Auszahlung von 3 Millionen Dollar, nachdem Bartz vergangenen September entlassen wurde. Die Summen gehen aus Unterlagen hervor, die Yahoo vor Kurzem bei der amerikanischen Börsenaufsicht eingereicht hat.

          Unrühmlicher Schlussstrich

          Die insgesamt mehr als 16 Millionen Dollar dürften Bartz über die schmutzige Trennung hinwegtrösten. Die frühere Vorstandsvorsitzende hatte nach ihrem Rauswurf mit den Worten „These people fucked me over“ für Schlagzeilen gesorgt. Yahoo selbst hatte sich vornehmer ausgedrückt, sich allerdings auch keine Mühe gegeben, die Trennung als einvernehmlich aussehen zu lassen. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, der Verwaltungsrat habe Bartz von ihrem Posten als Vorstandsvorsitzende „entfernt“.

          Es war ein unrühmlicher Schlussstrich nach rund zweieinhalbjähriger Amtszeit, in der es Bartz nicht geschafft hatte, das Ruder beim einstigen Internetpionier herumzureißen. Bartz hatte sich als langjährige Vorstandsvorsitzende des Softwarekonzerns Autodesk einen guten Ruf in der Technologiebranche erworben, hatte allerdings keine Erfahrung im Kerngeschäft von Yahoo mit Internetwerbung. Ihre Ausgangslage war Anfang 2009 wegen der damaligen Wirtschaftskrise nicht leicht, aber auch als sich das Umfeld wieder aufhellte, schaffte sie es nicht, Yahoo wieder nennenswert auf Wachstumskurs zu bringen.

          Bartz sollte nun aber hoffen, dass zumindest ihr Nachfolger Scott Thompson erfolgreicher agiert als sie selbst. Zu ihrem Abfindungspaket gehören auch 386.000 Belegschaftsaktien mit Sperrfrist und 416.000 Aktienoptionen, zusätzlich zu den 5 Millionen Aktienoptionen, die sie bei ihrer Anstellung im Januar 2009 bekam.

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