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Großbritannien : Cameron übernimmt Leitungsrolle bei britisch-chinesischem Infrastrukturfonds

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David Cameron im Jahr 2016. Seitdem er nicht mehr im Amt ist, ist er nur noch selten öffentlich in Erscheinung getreten. Bild: dpa

Von David Cameron war lange nichts mehr zu hören. Jetzt heuert er bei einem Investmentfonds an, der die chinesische Initiative „Neue Seidenstraße“ unterstützen soll.

          Der ehemalige britische Premierminister David Cameron plant anscheinend, eine Leitungsfunktion bei einem eine Milliarde schweren Investmentfonds zu übernehmen, der die chinesische Initiative „Neue Seidenstraße“ unterstützen soll. Der staatlich anerkannte Fonds solle von privaten Institutionen im Vereinigten Königreich und in China geführt werden, berichtet die „Financial Times“ in ihrer Onlineausgabe. Der frühere britische Premierminister werde dort eine noch nicht näher definierte Führungsrolle innehaben.

          Der Fonds sei gleichzeitig mit mehreren weiteren neuen Investitionsübereinkommen angekündigt worden, die während eines zwei Tage langen Peking-Besuchs von Schatzkanzler Philip Hammond finalisiert worden sind. Der Besuch war Teil der Bemühungen die globalen Handelsbeziehungen zu festigen, bevor Großbritannien im Jahr 2019 die EU verlässt.

          Cameron hatte schon im September bekanntgegeben, dass er einen Großbritannien-China-Fonds mit dem chinesischen Vizepremier Ma Kai während einer Peking-Reise diskutiert hatte. Cameron ist, seitdem er nicht mehr im Amt ist, öffentlich kaum noch in Erscheinung getreten. Er hat keine größeren kommerziellen oder diplomatischen Aufgaben übernommen und sich statt dessen dafür entschieden, eine Alzheimer-Kampagne zu betreuen und einer Kommission zu staatlichen Beihilfen vorzusitzen.

          Hammond sagte, dass Cameron bei dem Fonds die Vorstandsposition „oder eine ähnliche Rolle“ innehaben werde, aber er betonte, dass der Fonds eine private Initiative sei. Der Public-Relations-Unternehmer und Freund von Cameron Peter Chadlington war ebenfalls in die Einrichtung des Fonds involviert. Der Fonds und andere Investitionsvereinbarungen sollen den Grundstein dafür legen, was beide Länder eine „goldene Ära der britisch-chinesischen Beziehungen“ nannten.

          Ma sagte der „Financial Times“ zufolge, die Beziehung zwischen China und dem Vereinigten Königreich sei eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen auf der ganzen Welt. Dies sei ein Teil beidseitiger Versicherungen gewesen, die die Sorgen davor zerstreuen sollten, dass die Verbindung beider Länder durch den Brexit geringer werden könnte.

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