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Grüne Bundeswehr : Die Truppe steigt aus der Kohle aus

  • -Aktualisiert am

Nicht nur diese Soldaten in Donnersberg, sondern nun auch ihre Kameraden in Altenstadt können sich künftig über klimaschonende Wärme freuen. Bild: Reuters

Kohleschippen im Winter gehört jetzt auch für die Soldaten im Bayerischen Altenstadt zur Vergangenheit. Die Truppe setzt fürs Heizen künftig klimaschonend auf Biogas.

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          U-Boote, die nicht tauchen, Flugzeuge, die nicht fliegen, Hubschrauber, die am Boden bleiben, Fahrzeuge, für die es an Ersatzteilen fehlt – die Mängelliste der Bundeswehr ist lang. Doch beim Klimaschutz geht die Truppe jetzt voran. Sie schließt ihre letzte Steinkohleheizung – 19 Jahre vor dem für 2038 angepeilten Ausstieg Deutschlands aus der Kohlenutzung.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „Bundeswehr verabschiedet sich von der Steinkohle“, überschreibt der Energiekonzern Vattenfall die dazugehörige Mitteilung. Und damit die knapp 500 Soldaten in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt auch künftig im Winter nicht frieren müssen, kommt die Wärme künftig weitgehend klimaneutral aus einer benachbarten Biogasanlage.

          3000 Tonnen Kohlendioxid würden damit im Jahr gespart, teilten die Bundeswehr und der Energiekonzern mit, der das Projekt für die Truppe realisiert. Gemessen an den knapp 900 Millionen Tonnen Klimagasen, die allein Deutschland im Jahr in die Atmosphäre gibt, ist das allerdings eher eine überschaubare Menge – nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist.

          Heizkessel für den Notfall

          Das Versorgungskonzept beinhalte die vorrangige Wärmenutzung von einer bestehenden Biogasanlage und den Neubau eines Heizhauses auf dem Nachbargrundstück der Kaserne. Für den Notfall würden dort drei erdgasbetriebenen Heizkessel eingebaut, damit die Wärme-Spitzenlasten der Kaserne auch im Winter abgedeckt würden.

          Beim Bau des Gebäudes selbst komme viel Holz als Kohlendioxidspeicher zum Einsatz. Auf dem Dach werde eine Photovoltaikanlage installiert, die mit einer Produktion von geschätzten 67.000 Kilowattstunden im Jahr den Bedarf des Heizhauses an Eigenstrom weitgehend abdecke. Überschüssiger Strom fließe in das öffentliche Verteilnetz.

          Das Projekt in Altenstadt werde den ohnehin schon überdurchschnittlichen Anteil regenerativer Energieträger an der Wärmeversorgung der Bundeswehr in Bayern weiter erhöhen, lässt sich Jürgen Bertelsbeck vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr zitieren. Auf der bisher vom Heizhaus beanspruchten Fläche soll künftig eine Schulungseinrichtung für den in der Kaserne untergebrachten Ausbildungsstützpunkt Luftlande/Lufttransport entstehen.

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