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Bundeswehr-Modernisierung : Siemens-Tochter: Größter Auftrag der Unternehmensgeschichte

  • Aktualisiert am

„Herkules”-Projekt in trockenen Tüchern Bild: AP

Das Kommunikationssystem der deutschen Streitkräfte wird von IBM und Siemens runderneuert. Der Vertrag für das milliardenschwere IT-Projekt wurde an diesem Donnerstag unterzeichnet. Für die Siemens-Tochter SBS ist es der größte Auftrag, den sie je hatte.

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          Die Technologiekonzerne Siemens und IBM haben von der Bundeswehr einen milliardenschweren Auftrag für die Modernisierung der Kommunikationstechnik der Streitkräfte erhalten. Der zehnjährige Vertrag habe ein Volumen von 7,1 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen und das Bundesverteidigungsministerium am Donnerstag mit. Der Haushaltsausschuß des Bundestags hatte die Verträge zwischen der Bundeswehr und den Unternehmen vor gut zwei Wochen gebilligt.

          Die Bundeswehr will mit dem Projekt „Herkules“ ihre Rechenzentren, Software und Anwendungen, Computer, Telefone sowie Sprach- und Datennetze auf den neuesten Stand bringen. Die Kooperation zwischen der Bundeswehr und der Industrie gilt als derzeit größte Public-Private-Partnership (PPP) in Europa. Künftig werden bis zu 2950 Mitarbeiter der Bundeswehr in dem Kooperationsprojekt beschäftigt sein.

          Gleichberechtigte Partner

          Dafür wurde die BWI Informationstechnik GmbH mit Sitz in Meckenheim bei Bonn gegründet. An ihr sind die Siemens-Tochter Siemens Business Services (SBS) und IBM als gleichberechtigte Partner mit gemeinsam 50,1 Prozent beteiligt, die übrigen Anteile hält der Bund.

          Für SBS ist der Auftrag nach Angaben eines Firmensprechers der größte in der Unternehmensgeschichte. Der IT-Dienstleister gilt seit langem als Sorgenkind im Siemens-Konzern. Zum kommenden Jahr will Siemens sein IT-Geschäft einschließlich SBS im neuen Bereich „Siemens IT Solutions and Services“ bündeln. „Der Auftrag ist ein gutes Startsignal für den neuen Bereich“, sagte der Sprecher. Das Projekt trage auch zur Sicherung der Arbeitsplätze bei SBS bei.

          140.000 Computer, 7000 Server, 315.000 Telefone

          Mit „Herkules“ soll die gesamte Bundeswehr in Zukunft über ein einheitliches Telefon- und Computersystem verfügen. In dem Projekt ist SBS verantwortlich für den Betrieb und die Modernisierung der Systeme an mehr als 1500 Standorten in Deutschland. Dazu gehören bei der Bundeswehr rund 140.000 Computer, 7000 Server, 300.000 Festnetztelefone und 15.000 Mobiltelefone. IBM übernimmt die Modernisierung des Betriebs der Rechenzentren und der Anwendungen.

          Bis zu 2950 Mitarbeiter der Bundeswehr sollen in das Projekt eingebunden werden. Das IT-Amt mit derzeit rund 1400 Mitarbeitern wird nach Angaben eines Sprechers in Koblenz die Zusammenarbeit steuern. Die Linksfraktion hatte unter Berufung auf den Bundesrechnungshof kritisiert, eine Milliarde Euro Steuergelder könnten gespart werden, wenn das Ministerium das Projekt in eigener Regie durchführen würde. Das Verteidigungsministerium hatte erklärt, für die Modernisierung der Informationstechnologie sei eine große Anschubfinanzierung nötig, die bei bestenfalls stagnierendem Bundeswehretat nur mit Hilfe eines finanzkräftigen privaten Partners möglich sei.

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