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Bundeswehr-Kommentar : Eine verpasste Chance für die Truppe

  • -Aktualisiert am

Katrin Suder hat sich an der Truppe die Zähne ausgebissen. Bild: EPA

Eine kompetente Managerin sollte als Staatssekretärin bei der Bundeswehr aufräumen. Die biss sich aber an der Truppe die Zähne aus und gab schließlich entnervt auf – eine verpasste Chance für die Truppe.

          Unter der Vielzahl an Reformen, die von diversen Verteidigungsministern angeschoben wurden, ist Ursula von der Leyens Vorhaben die mit Abstand ehrgeizigste. Denn seit geraumer Zeit vergeht kaum eine Woche, in der nicht der desolate Ausrüstungsstand der Bundeswehr für Aufsehen in der Öffentlichkeit und für Kopfschütteln unter Nato-Partnern sorgt.

          Um Soldaten mit einsatztauglichem Material zu versorgen und das Geld der Steuerzahler nicht zu verschwenden, ist es unerlässlich, ein effizientes Rüstungsmanagement an gängigen Standards der Industrie auszurichten. Doch dabei hat von der Leyen die internen Blockaden in ihrem Ministerium und den Widerstand der nachgelagerten Beschaffungsbehörden gewaltig unterschätzt.

          Mit Katrin Suder verpflichtete die Politikerin eine kompetente Managerin, die den Kraftakt nicht scheute, die Beschaffungsbeamten in Bonn, Koblenz und Berlin mit den Vorzügen einer privatwirtschaftlich organisierten Einkaufsgesellschaft zu konfrontieren. Doch die mutige Reformerin warf die Brocken zu Jahresbeginn nach nur drei Jahren Amtszeit entnervt hin.

          Für von der Leyen eine verpasste Chance. Jetzt muss sich ein neuer „Expertenrat“ unter Führung des ehemaligen Bankmanagers Klaus-Peter Müller um die Umsetzung von Suders Masterplan bei den Militäreinkäufern kümmern.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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