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Bundeswehr : Auf der Suche nach Freiwilligen

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Auf der Suche nach Arbeit: Zum 1. Juli 2011 begannen in ganz Deutschland 3419 junge Menschen ihre Grundausbildung bei der Bundeswehr Bild: dapd

Nach dem Ende der Wehrpflicht feilt die Bundeswehr an ihrer Nachwuchswerbung. Die Lösung bringen soll ein „Marketing-Mix“.

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          Leicht krächzend und aufgesetzt klingt die Frau, deren Ansprache im Radio ertönt: „Los! Keine Widerrede mehr! Du gehst jetzt sofort einkaufen, aber zackig!“ Darauf folgt eine der tiefen, warmen Erzählerstimmen, die man aus Rundfunk und Fernsehen kennt: „Marschbefehl kennst du ja schon. Lass ihn dir jetzt bezahlen. Die Bundeswehr bietet individuelle Karrieremöglichkeiten für leistungsorientierte junge Frauen und Männer. Die Bundeswehrreform: ihre Chance.“

          Nach Jahren der politischen Diskussion über das Für und Wider der Wehrpflicht ging am Ende alles recht schnell. Im Dezember 2010 hatte das Bundeskabinett beschlossen, die allgemeine Wehrpflicht auszusetzen. Seit dem 1. Juli 2011 ist sie nun ganz der Freiwilligkeit gewichen. Das Personalmarketing der Bundeswehr steht damit vor ganz neuen Herausforderungen. Stärker als bisher konkurriert die deutsche Armee nämlich mit zivilen Arbeitgebern.

          16 Millionen Euro für Personalwerbung

          Laut Verteidigungsministerium gibt die Bundeswehr 2011 insgesamt rund 16 Millionen Euro für die Personalwerbung aus. 2010 waren es um die 12 Millionen. Gegenüber 2006 sind die Ausgaben um sechs Millionen Euro gewachsen. Das meiste Geld steckt sie ins Direktmarketing: An die dreieinhalb Millionen Euro lässt sie sich ihre Präsenz auf Jobmessen, ihre Reisen mit dem „Karrieretruck“, die Schulbesuche der Wehrdienstberater und andere „Face-to-Face“-Aktivitäten kosten. Super Ausbildung, gute Aufstiegschancen, Kameradschaft, Abenteuer - so lautet stets die Werbebotschaft an den Messeständen, in der Zeitung, im Rundfunk oder Fernsehen.

          Hochsensibel für das Personalmarketing der Bundeswehr ist freilich die Einsatzrealität mit ihren Risiken. „Tod und Verwundung tauchen dort überhaupt nicht auf“, sagt der Politologe Peer Heinelt. In sehr geglätteter Form erfahre der interessierte, junge Erwachsene lediglich etwas über Patrouillenfahrten oder Gespräche mit Dorfältesten. Mit Blick auf die digitale Welt fragt auch Thomas Wiegold, der in „Augen Geradeaus“ über Militärthemen bloggt: „Will die Bundeswehr über Internet und soziale Netzwerke nur kommunizieren, um Nachwuchs zu werben? Nicht aber für eine gesellschaftliche Debatte über Auftrag und Aufgaben der Streitkräfte? Also nur Werbe-Flyer, elektronisch, die die Möglichkeiten einer Berufslaufbahn als Soldat schildern? Ohne auf die Frage einzugehen, was die Truppe so am Hindukusch macht?“

          Einsatzrisiken kein Geheimnis mehr

          Die Bundeswehr, das versichert Oberstleutnant Uwe Roth vom Pressestab des Verteidigungsministeriums, lege angesichts der Besonderheiten des soldatischen Berufes sehr großen Wert darauf, dass die Bewerbung Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Berufsbild sei. In den Wohnzimmern sind Gefechtshandlungen deutscher Soldaten indes längst über die Fernsehbildschirme geflimmert. Bei vielen Zuschauern dürften beispielsweise die Aufnahmen des Feuergefechts von Bundeswehrsoldaten mit Taliban-Kämpfern am Karfreitag 2010 einen Eindruck hinterlassen haben. Die Einsatzrisiken sind allenthalben kein Geheimnis mehr.

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