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Viel schnellere Rechner : Zwei Milliarden Euro für die Quantentechnologie

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Großer Hoffnungsträger: Quantencomputer sollen Rechnen in eine neue Dimension bringen. Bild: MPI

Die Bundesregierung präsentiert ein gewaltiges Förderprogramm zur Förderung der Technologie. Eine besondere Rolle spielt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

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          Die Bundesregierung hat ein beinahe zwei Milliarden Euro umfassendes Förderprogramm präsentiert, um im  Quantencomputing besser zu werden. Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellte zwei Programme vor, bei denen bis zum Jahr 2025 ungefähr 1,1 Milliarden Euro in die Forschung für Quantencomputer und ein Netzwerk mit Anwendern aus Industrie und Grundlagenforschern fließen sollen.

          Das Wirtschaftsministerium kündigte zudem an, 878 Millionen Euro in vier Jahren in den Bereich stecken zu wollen. Davon soll der Großteil mit 740 Millionen Euro an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gehen. Dieses soll mit industriellen Partnern und Start-ups zwei Konsortien bilden, um einen deutschen Quantencomputer sowie entsprechende Software und Anwendungen zu entwickeln. Ein Demonstrator soll in den kommenden ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden, sagte Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena.

          Fünf Dinge, die Sie über Quantecomputer wissen müssen

          Die Quantentechnologie zählt mittlerweile vielerorts zu zentralen Schlüsseltechnologien dieses Jahrhunderts. Quantencomputer gelten als wesentlich leistungsfähiger als herkömmlichen Supercomputer.

          Als führend gelten derzeit die Vereinigten Staaten und China, das nach Angaben von Peter Leibinger, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Gruppengeschäftsführung des Unternehmens Trumpf, ungefähr zehn Milliarden Dollar in den Bereich investiert. Er verwies auf eine Studie, nach der der Markt für Quantentechnologie im Jahr 2035 eine Billion Dollar groß sein soll.

          Hat das neue Programm vorgestellt: Forschungsministerin Anja Karliczek
          Hat das neue Programm vorgestellt: Forschungsministerin Anja Karliczek : Bild: obs

          Karliczek nannte vor allem die Bereiche der Verschlüsselung von Kommunikation, die Quantensensorik etwa in der Medizin sowie das Quantencomputing als Einsatzfelder. „Quantencomputing hat das Potential, Schlüsselbranchen unserer Wirtschaft zu revolutionieren – zum Beispiel wenn es um die Steuerung des Energiebedarfs und des Verkehrs oder das Testen neuer Wirkstoffe geht“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

          Die EU-Kommission wiederum hatte Ende März angekündigt, das Quantencomputing auch deshalb zu fördern, damit die EU digitale Souveränität erhalten könne. Bisherige Supercomputer werden etwa bei komplizierte Berechnung für die Verkehrslenkung, Klimaveränderungen oder auch militärische Zwecke eingesetzt.

          Im Juli 2020 hatte Karliczek in einem noch gesagt, dass sie mit einem ersten deutschen Quantencomputer als Demonstrator noch im Jahr 2021 rechne. Die Forschungsministerin verwies darauf, dass Deutschland es schaffen müsse, die gute Grundlagenforschung in einzelnen Bereichen voranzubringen, zu verbinden und mit der Hilfe der Förderung des Wirtschaftsministerium zum Einsatz zu bringen. Gleichzeitig müsse man durch eine gezielte Ausbildung dafür sorgen, dass genug Fachkräfte für diesen Bereichen zur Verfügung stünden.

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