https://www.faz.net/-gqe-a4yit

Folgen der Pandemie : Bundesregierung erwartet BIP-Rückgang um 5,5 Prozent

  • Aktualisiert am

Der Winter wird eine neue Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Bild: dpa

In diesem Jahr dürfte laut Bundesregierung die deutsche Wirtschaftsleistung stark sinken. Nach der Vorhersage der Regierung aber nicht so schlimm wie in der Finanzkrise.

          2 Min.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hebt die Konjunkturprognose für das laufende Jahr trotz gerade beschlossener umfangreicher Einschränkungen im November leicht an. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 5,5 Prozent gerechnet.

          Anfang September hatte das Wirtschaftsministerium noch ein Minus von 5,8 Prozent vorhergesagt. Ende April war noch mit einem Einbruch des BIP in Deutschland von 6,3 Prozent gerechnet worden.

          Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht in der aktuellen Konjunkturprognose der Regierung Grund für Zuversicht. „Wir stehen in diesem Jahr deutlich besser da als im Frühjahr befürchtet“, sagte der Vizekanzler am Freitag. Das gelte trotz der nun wieder notwendigen Kontaktbeschränkungen. „Dass wir zeitig und kraftvoll reagiert haben, zahlt sich aus“, betonte Scholz. Er versprach: „Wir werden alles tun, um die Infektionsdynamik zu brechen, um Leben zu schützen und unsere Wirtschaft.“

          Mehr als 4 Prozent Wachstum nächstes Jahr

          Allerdings hieß es aus dem Wirtschaftsministerium: „Nur wenn es uns gelingt die Kurve der Neuinfektionen wieder abzuflachen, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden.“

          Bund und Länder hatten am Mittwoch die härtesten Maßnahmen seit der Einschränkungen im Frühjahr beschlossen. Ab Montag sollen unter anderem Restaurants, Kinos und Theater für den gesamten Monat November schließen. In dieser Zeit dürfen sich auch nur wenige Menschen privat und in der Öffentlichkeit treffen. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

          Im Sommer hat sich die deutsche Wirtschaft derweil deutlich erholt. Die Wirtschaftsleistung stieg zwischen Juli und September um 8,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zuvor befragte Volkswirte hatten im Schnitt ein Plus von 7,3 Prozent erwartet.

          „Es sind Zeiten zum Luftanhalten: Auf den historischen Einbruch der Konjunktur folgte im dritten Quartal eine historische Erholung“, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank, er fügte aber hinzu: „Doch es war überwiegend eine technische Reaktion: Je tiefer man einen Ball unter Wasser drückt, desto höher springt er danach aus diesem heraus. Das gilt auch für die Konjunktur.“

          Bei wieder verbesserter Auslastung habe sich die Erholung verlangsamt, aber unterstützt durch umfangreiche Konjunkturmaßnahmen fortgesetzt, teile wiederum das Wirtschaftsministerium mit. Zugleich hieß es: „Die wirtschaftliche Erholung steht und fällt aber mit der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens.“

          Für das kommende Jahr 2021 rechnet Altmaier mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent, für das Jahr 2022 mit 2,5 Prozent. Das Vorkrisenniveau würde demnach frühestens zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder erreicht werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dow auf Rekordhoch : Anleger feiern Trumps Einsicht

          Die Aussicht auf ein Ende der politischen Unsicherheit sowie auf einen Corona-Impfstoff treibt den Dow-Jones-Index über 30.000 Punkte. Auch Tesla, Boeing und Fluggesellschaften gehören zu den großen Gewinnern.
          Torgarant: Erling Haaland zeigt seine heutige Ausbeute an

          3:0 gegen Brügge : Borussia Dortmund dreht auf

          Nach dem 3:0 im Hinspiel zeigt der BVB gegen den FC Brügge abermals eine starke Darbietung und setzt sich mit dem gleichen Resultat durch. Der Einzug ins Achtelfinale ist nah.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.