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Bundeskriminalamt warnt : Frühere KGB-Offiziere organisieren Einbrecherbanden

  • Aktualisiert am

Spurensicherung an einer Eingangstür Bild: Picture-Alliance

Laut BKA gehören Diebe und Einbrecher immer häufiger größeren Banden an, die zum Teil aus dem Ausland geführt werden. Diese Gruppen werden oft straff geführt und sind in „Brigaden“ organisiert.

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          Die meisten Angehörigen krimineller Banden in Deutschland handeln mit Rauschgift oder tummeln sich im Rotlicht-Milieu. Doch das größte Angstpotenzial geht von skrupellosen Einbrecherbanden aus, deren Chefs oft in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sitzen. Denn nach einem Einbruch fühlen sich viele Menschen in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher.

          Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt, dass sich in Deutschland aktuell etwa 20.000 Menschen aufhalten, die diesen größtenteils straff organisierten „russisch-eurasischen Gruppierungen“ angehören. „Sie werden verdächtigt, für einen Teil der rund 150.000 Wohnungseinbrüche im letzten Jahr verantwortlich zu sein“, sagt BKA-Präsident Jörg Ziercke. In deutschen Gefängnissen sitzen seinen Angaben zufolge derzeit rund 5000 russischsprachige Häftlinge, von denen etliche Mitglieder größerer Banden sind.

          Diese „Diebe im Gesetz“, wie die Bosse der russischen Mafia auch genannt werden, haben Deutschland laut BKA in 22 Regionen aufgeteilt, in denen die von ihnen geführten „Brigaden“ operierten. Unter den Bandenbossen seien auch Angehörige des KGB sowie anderer früherer Nachrichtendienste der Sowjetunion. Wird ein Bandenmitglied nach einem Einbruch geschnappt oder bei einem Ladendiebstahl erwischt, könnten er und seine Familie auf Unterstützung durch die kriminelle Organisation zählen.

          Der Ukraine-Konflikt behindert die Zusammenarbeit der Behörden

          Im vergangenen Jahr kamen die Fahnder bundesweit 30 Verbrecherbanden aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion auf die Schliche. Neun von ihnen wurden von russischen Staatsangehörigen geleitet. Die zweitgrößte Gruppe bildeten die Ukrainer, gefolgt von Kasachen und Georgiern.

          Um diese Form der Organisierten Kriminalität wirksam bekämpfen zu können, wünscht sich das BKA naturgemäß eine möglichst enge Kooperation mit den Behörden in den Herkunftsländern der Bandenmitglieder. Doch da haben die Ermittler im Moment ein Problem: Aufgrund der Ukraine-Krise ist das Verhältnis zwischen Berlin und Moskau derzeit etwas eingetrübt. Anfragen deutscher Polizeibehörden genießen in Russland im Moment deshalb keine hohe Priorität.

          Besser sieht es in der Zusammenarbeit mit Georgien aus, wo derzeit ein Pilotprojekt läuft, an dem auch Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen beteiligt sind - drei Bundesländer, in denen die Polizei im vergangenen Jahr besonders viele Fälle von Organisierter Kriminalität registrierte. Ebenfalls weit oben in der Statistik standen Niedersachsen, Berlin und Hessen.

          Das hat weniger damit zu tun, wie effektiv die Polizeibehörden in den jeweiligen Bundesländern arbeiten, sondern eher damit, wie viel in den einzelnen Regionen für die Banden zu holen ist. Denn Verbrecherbanden gehen halt vor allem dahin, wo das Geld ist. Im Saarland, in Bremen und in Ostdeutschland ist daher wenig Bandenkriminalität zu verzeichnen - mit Ausnahme von Sachsen, wo im vergangenen Jahr im Bereich der Organisierten Kriminalität 30 Ermittlungsverfahren liefen.

          Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, findet es richtig, dass der Begriff der Organisierten Kriminalität jetzt so erweitert worden ist, dass damit auch Eigentumsdelikte erfasst wird, „da beispielsweise die Einbruchskriminalität längst von professionell aufgestellten Banden betrieben wird“. Die personellen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen in den Ermittlungsbehörden seien aber teilweise „nicht auf dem Stand des 21. Jahrhunderts“, fügte er hinzu. Die Polizei sei deshalb keineswegs auf Augenhöhe mit den international vernetzten Tätergruppierungen.

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