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Jens Weidmann im Portrait : Der unbequeme Geldpolitiker will den Chef-Posten

Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, war in der heißen Phase der Krisenpolitik Draghis stärkster Kritiker. Bild: Frank Röth

Bundesbankpräsident Jens Weidmann steht oft quer zur EZB-Mehrheit. Er gilt als Draghis stärkster Kritiker. Auch die Politik nervt er mit prinzipientreuen Mahnungen. Hat er noch Chancen auf die EZB-Spitze?

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          Knapp acht Jahre ist Jens Weidmann nun schon Bundesbankpräsident. Er hat in dieser Zeit die Achterbahnfahrt der Euro-Krise mitgemacht. „Es waren acht sehr bewegte Jahre, aber auch schöne Jahre, trotz der Krise“, sagte er bei der Vorlage der Jahresabschusszahlen am Mittwoch in Frankfurt. Er lächelt, und es wirkt nicht gequält. Kurz zuvor hat das schwarz-rote Bundeskabinett am Mittwoch seinen Vertrag verlängert – ziemlich spät, denn seine erste Amtszeit läuft im April aus. Der Bundesbank bleibt Weidmann erhalten.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Bis vor einigen Monaten schien der 50 Jahre alte blonde Ökonom sogar beste Chancen auf den höchsten Posten zu haben, den es in der europäischen Geldpolitik gibt. Weidmann galt als Favorit für die Nachfolge von EZB-Chef Mario Draghi, wenn der Italiener nach acht Jahren Amtszeit im Oktober abtritt. In Südeuropa gibt es freilich Vorbehalte gegen ihn. Doch ein Deutscher, noch dazu ein fachlich so versierter, scheint an der Reihe zu sein.

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