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EZB-Präsidentschaft : Der wandlungsfähige Herr Weidmann

Jens Weidmann Bild: Reuters

Er war einmal eine sehr umstrittene Personalie: Nun wachsen die Chancen, dass Bundesbankpräsident Jens Weidmann nächster EZB-Chef wird. Da können wir was erleben.

          8 Min.

          Es ist ein paar Jahre her, da war Jens Weidmann mal eine ziemlich umstrittene Personalie. „Merkel hat Weidmann nicht auf den Posten gehievt, weil er der optimale Mann war“, sagte damals der Grünen-Politiker Gerhard Schick der F.A.S. Der heutige Bundespräsident und damalige SPD-Franktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier bezeichnete ihn im „Stern“ zwar als „sach- und fachkundig“: Er hätte ihm aber persönlich gewünscht, dass dieser Karriereschritt nicht auf diese Weise gekommen wäre.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Man schrieb das Jahr 2011. Jens Weidmann war Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel; Bundesbankpräsident Axel Weber hatte gerade sein Amt und die Kandidatur um die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) überraschend hingeschmissen. Die Kanzlerin brauchte einen neuen Chef für die Bundesbank, Deutschlands Hort der stabilen Währung. Ihre Wahl fiel auf Jens Weidmann. Den hielt jeder für kompetent, schließlich hatte er eine solide geldpolitische Ausbildung genossen: Er hatte Praktika in den Zentralbanken von Frankreich und Ruanda absolviert, seine Dissertation zum Thema „Geldpolitik und europäische Währung: empirische Aspekte der Zinsbestimmung“ geschrieben, einige Jahre beim Internationalen Währungsfonds verbracht und einige Zeit als wichtiger Abteilungsleiter in der Bundesbank. Niemand fand ihn zu jung, obwohl Weidmann damals erst 43 Jahre alt war. Trotzdem hielten ihn viele für eine Fehlbesetzung.

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