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Proteste gegen Entscheidung : Bundesbank-Mitarbeiter dürfen keine Bankaktien mehr kaufen

Unmut in der Zentrale: Bundesbank-Hauptgebäude in Frankfurt. Bild: Marcus Kaufhold

Tausende Beschäftigte müssen neuerdings bestimmte Aktien und Anleihen meiden und ihre Finanzgeschäfte offenbaren. Damit sind nicht alle glücklich – inzwischen beschäftigt der Streit schon ein Gericht.

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          Unmut in der Bundesbank: Nach F.A.Z.-Informationen hat sie verschärfte Richtlinien für private Finanzgeschäfte von Mitarbeitern eingeführt, gegen die Beschäftigte nun vorgehen. Rund ein Viertel der 11.500 Mitarbeiter darf neuerdings keine Aktien, Anleihen und andere Produkte von Banken, Versicherungen und anderen Finanzhäusern aus der EU mehr kaufen. Außerdem müssen diese Beschäftigten sowie zusätzlich ein weiteres Viertel der Belegschaft den Arbeitgeber über bestimmte Geldanlagen informieren – inklusive Festgeld von mehr als 10.000 Euro und mehr als drei Monaten Laufzeit. Die seit Anfang September gültigen Leitlinien und ein erläuterndes internes Frage-und-Antworten-Papier liegen der F.A.Z. vor.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Wie zu hören ist, haben mehrere Mitarbeiter Widerspruch eingelegt, außerdem sei bei einem Verwaltungsgericht Klage und bei der Bundesdatenschutzbeauftragten eine Eingabe eingereicht worden. Die Bundesbank und die Datenschutzbehörde wollten das nicht kommentieren. „Bitte haben Sie Verständnis, dass die Bundesbank sich nicht zu laufenden Verfahren äußert“, teilte die Bundesbank mit. Sie bestätigte aber, die Regeln eingeführt zu haben: „Die Leitsätze dienen dazu, Insiderhandel, die Verwendung amtlich erlangter Kenntnisse zu privaten Zwecken und die Entstehung von Interessenkonflikten zu verhindern beziehungsweise jeweils einen entsprechenden Anschein zu vermeiden.“

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