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Bundesbank : Der Ruf ist verspielt

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Thilo Sarrazin soll entlassen werden. Der Beschluss wird als eine der dunklen Stunden in die Geschichte der Bundesbank eingehen - weil die Politik, die Sarrazin selbst ins Amt hievte, nun dessen Entlassung nutzt, um die Bank zu beschädigen.

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          Der Streit um Sarrazins Thesen mag mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand enden. Das kann jeder – je nach politischer Überzeugung – anders bewerten.

          Skandalös ist aber, wie Politiker die von ihnen selbst verschuldete Affäre nutzen, um die Bundesbank zu beschädigen. SPD-Politiker haben ihren Parteifreund Sarrazin ins Amt gehoben, obwohl Sarrazin seit Jahren seine Ansichten offen kundtut. Davon will heute niemand etwas wissen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel gab mit ihrer kaum verklausulierten Dienstanweisung an Bundesbank-Präsident Axel Weber, die Affäre Sarrazin zu beenden, den Startschuss für eine beispiellose Kampagne.

          Vom Hinterbänkler über Bundesminister bis zum Bundespräsidenten überboten sich alle darin, die Entlassung Sarrazins zu fordern. Die Bundesbank hat nun geliefert und damit ihr wichtigstes Kapital, den Ruf, unabhängig von der Politik zu sein, erst mal verspielt. Dass dadurch auch die Karrierehoffnung Webers mit Blick auf die EZB-Präsidentschaft leiden dürfte, ist nur noch ein Kollateralschaden.

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