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Bundesanleihen : Ansehensverlust

„Die Investoren steigen auf breiter Front aus der Eurozone aus“ Bild: dpa

Nur wenige Anleger wollten eine neue Bundesanleihe zeichnen. Kein Grund zur Panik, aber ein Weckruf: Deutschland kann sich nicht mehr alles erlauben.

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          Die unerwartet geringe Nachfrage nach einer neuen zehnjährigen Bundesanleihe ist kein Grund zur Panik, wohl aber ein unmissverständliches Signal des Marktes, dass sich auch die in dieser Krise als sicherer Hafen geschätzte Bundesrepublik Deutschland am Anleihemarkt nicht alles erlauben kann.

          Knapp 2 Prozent Rendite für eine zehnjährige Anleihe sind vielen Anlegern in diesen unsicheren Zeiten einfach zu wenig, auch wenn Deutschland nach wie vor zu den angesehensten Schuldnern der Welt zählt. Zudem spricht es sich an den Märkten herum, dass auch Deutschland keine konsequente Sparpolitik betreibt.

          Schlimmer als der Ansehensverlust deutscher Anleihen, der nur vorübergehend sein mag, ist die Ausstrahlung auf alle europäischen Anleihemärkte, die am Mittwoch nahezu vollzählig steigende Renditen verzeichneten. Die Krise hält nicht nur die Währungsunion im Griff, sondern ist dabei, sich nach Osteuropa und damit auch in Ländern auszubreiten, die nationale Währungen besitzen. Aufgeregte Kommentatoren in Banken, die nicht wissen, wie sie durch diese Staatsschuldenkrise kommen sollen, verstärken die Aufregung. Es wird unruhig bleiben.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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