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Insolventer Reisekonzern : Thomas-Cook-Urlauber bekommen Geld vom Bund

  • Aktualisiert am

Bild aus vergangenen Tagen: Urlauber steigen in einen Flieger von Thomas Cook. Bild: dpa

Wer eine Pauschalreise mit Thomas Cook gebucht hatte, kann ab heute online eine Erstattung beantragen. Der Bund musste einspringen, weil eine Insolvenz­absicherung des Reisekonzerns nicht ausreichte.

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          Kunden des insolventen Reiseanbieters Thomas Cook können ab sofort online eine Ausgleichszahlung der Bundesregierung für geplatzte Reisen beantragen. „Wir werden den Kundinnen und Kunden, die Schäden erlitten haben, aus Gründen des Vertrauensschutzes freiwillig die Differenz zwischen ihren Zahlungen und dem, was sie von anderer Seite zurückerhalten haben, ausgleichen“, sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in Berlin.

          Die Bundesregierung halte sich an ihre Versprechen, betonte Lambrecht. Ab heute stehe ein online-basiertes Anmeldeverfahren zur Verfügung, in dem sich alle betroffenen Pauschalreisenden registrieren könnten, teilte sie mit. “Natürlich müssen wir überprüfen, ob im Einzelfall die Voraussetzungen für die freiwillige Ausgleichszahlung vorliegen, um Missbrauch zu verhindern.“ Dennoch arbeite man mit Hochdruck daran, dass die Kundinnen und Kunden bei berechtigten Anmeldungen schnellstmöglich ihr Geld zurückerhalte würden. 

          Anmeldungen bis November möglich

          Am 11. Dezember 2019 hatte die Bundesregierung entschieden, den von der Thomas Cook-Insolvenz betroffenen Pauschalreisenden den Differenzbetrag zwischen ihren Zahlungen und dem, was sie aufgrund ihres Sicherungsscheins von der Zurich-Versicherung oder von dritter Seite erhalten haben, auszugleichen.

          Das Angebot richtet sich an Kunden, die bei einem deutschen Reiseveranstalter der Thomas Cook-Gruppe, bei der Thomas Cook International AG oder der Tour Vital Touristik GmbH eine Pauschalreise gebucht hatten. Sie müssen Belege einreichen und schon von anderer Seite erhaltene Leistungen angeben. Anmeldungen werden bis zum 15. November 2020 entgegengenommen. 

          Die deutsche Thomas Cook, die in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten war, hatte am 25. September 2019 Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte schrittweise alle gebuchten Reisen abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt worden waren.

          Weitere Infomationen...

          ... zu den Ausgleichzahlungen und den Links zu den Online-Portalen finden sich auf der Website des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz https://www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2019/121119_ThomasCook.html

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