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Bund der Steuerzahler : Anfangs ging es um Weinsteuern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht beim Jubiläumsempfang zum 70-jährigen Bestehen des Bundes der Steuerzahler. Bild: dpa

Der Bund der Steuerzahler feiert Geburtstag mit der Kanzlerin. Gesprochen wird viel über Vergangenes - mehr als über Zukunftsaufgaben.

          2 Min.

          Die Steuerquote ist so hoch wie nie zuvor in gesamtdeutschen Zeiten. Doch anders als in den zwanziger Jahren stürmen keine verzweifelten Bürger das Finanzamt. Kein anderer als die Bundeskanzlerin selbst erinnert an den frühen Protest. Anlass ist das Jubiläum des Bunds der Steuerzahler, der mit einem Festakt sein siebzigjähriges Bestehen feiert – passenderweise in der Haushaltswoche, wie Angela Merkel anmerkt. So wird in diesen Tagen über Steuereinnahmen und ihre Verwendung diskutiert. Weitere Politiker gratulieren in einer Einspielung zum Geburtstag. Das alles lässt erahnen, dass das Verhältnis zwischen den Mächtigen und der Vertretung der Steuerzahler recht entspannt-konstruktiv ist. Es gab auch andere Zeiten.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die CDU-Politikerin geht ausführlich auf den ersten, wenn auch eher spontanen Zusammenschluss von gebeutelten Steuerzahlern ein: den Sturm der Moselwinzer auf Finanzamt, Finanzkasse und Zollamt in Bernkastel-Kues im Jahr 1926. Auslöser sei bittere wirtschaftliche Not gewesen, nicht zuletzt infolge ausländischer Konkurrenz. „Hinzu kam eine ungewöhnlich hohe Weinsteuer“, berichtet sie. Die Aktion führte zu einem deutschlandweit beachteten Prozess – und zu einem politischen Erfolg: dem Wegfall der Weinsteuer.

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