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Buchhandel : Weltbild baut eine weitere Buchhandelskette auf

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Karel Halff über Wetbild!: Buchgeschäft mit Frischegarantie Bild: picture-alliance / dpa

Die Weltbild-Verlagsgruppe wächst zweistellig. Als erste Verlagsgruppe setzte sie auf Fernsehwerbung für eigene Bücher, mit Erfolg. Jetzt soll ein neuer Büchersupermarkt entstehen, und auch das Internetgeschäft wird verstärkt.

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          Die Augsburger Weltbild-Gruppe, das größte Medienhaus im deutschsprachigen Raum, fügt ihren Buchhandelsketten Weltbild plus und Jokers eine dritte hinzu. In diesen Tagen werden das dritte und vierte Geschäft der neuen Kette Weltbild! in Gießen und Ratingen eröffnet.

          Wie Weltbild plus, das es auf inzwischen knapp 300 Filialen gebracht hat, wird auch die neue Kette gemeinsam von Weltbild und Hugendubel betrieben, zu jeweils 50 Prozent. Die bisherigen Weltbild-plus-Läden bieten zwar ein preiswertes, aber begrenztes Angebot an. Weltbild plus ist eine Art Aldi auf dem Büchermarkt: Begrenztes Angebot zu niedrigem Preis.

          Weltbild! soll dagegen eine Art Supermarkt für Bücher sein: „Intern nennen wir es das Buchgeschäft mit Frischegarantie“, umreißt Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff die Zielsetzung. Und das ist durchaus ernst gemeint: In den in modernem Design ausgestatteten Läden sollen monatlich wechselnd die jüngsten Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt angeboten werden.

          Internationale Titel in deutscher Erstausgabe

          „Der Kunde hat wenig Zeit und will sich schnell einen Überblick über die Verlagsneuheiten verschaffen können“, begründet Halff das Konzept. Aber im Gegensatz zu den bisherigen Geschäften kann man bei Weltbild! alle lieferbaren Bücher bestellen. Damit ist die neue Kette ein sogenannter Vollsortimenter und eine echte Konkurrenz zum traditionellen Buchgeschäft.

          Gerade dieses traditionelle Buchgeschäft möchte Halff aber auch zunehmend als Kunden gewinnen - für seine deutschen Erstausgaben. Auf dieser Buchmesse treten die Augsburger erstmals wieder als Verleger auf. In den vergangenen Jahren hatte sich das eigene Verlagsprogramm auf Sonderdrucke und Reprints für die eigenen Vertriebsschienen Versand und stationärer Handel beschränkt.

          Jetzt fühlt sich Weltbild stark genug, auch internationale Titel in deutscher Erstausgabe auf den Markt zu bringen - und startet in diesem Jahr unter anderem mit dem Buch „Tödliche Flammen“ der amerikanischen Erfolgsautorin Nora Roberts und dem Titel „Eine perfekte Scheidung“ des durch den Welterfolg „Kramer gegen Kramer“ bekannt gewordenen Avery Corman.

          Erfolg mit Fernsehwerbung

          Die Rechte an diesen Büchern waren nicht billig, gibt Halff zu. Dennoch glaube er an den Erfolg, weil die Bücher wie alle Produkte bei Weltbild zu einem niedrigen Preis auf den Markt kommen und weil Weltbild seine gesamte Werbekraft zur Vermarktung aufwendet.

          Und diese Werbekraft steckt nicht nur wie bisher in den 300 Geschäften und vier Millionen Katalogen, die monatlich erscheinen. Erstmals setzt der Verlag auch auf das Medium Fernsehen, um seine Bücher zu bewerben. „Unser Ziel ist es, Weltbild über Fernsehwerbung zur sympathischsten Buchmarke in Deutschland zu machen“, sagt Halff und läßt sich diese Werbung zusätzlich 1 Million Euro kosten.

          Erste Erfahrung mit Fernsehwerbung hat das Unternehmen im September gesammelt, als es gemeinsam mit der Post für die Nachtzustellung des neuesten Harry-Potter-Bandes warb. Der Erfolg stellte sich ein: Weltbild ließ 100.000 Bücher noch in der Nacht zustellen und weitere 300.000 an den beiden Folgetagen. Insgesamt also 400.000 Bücher eines Titels in nur wenigen Tagen.

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