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Schleppende Verhandlungen : Brexit macht britische Wirtschaft nervös

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Ohne Handelsabkommen könnte der Brexit für die britische Wirtschaft schlecht enden. Bild: AFP

Die Brexit-Verhandlungen kommen nicht vom Fleck. Das sorgt in der britischen Wirtschaft für Unruhe. Der Notenbank-Chef warnt vor einer Wachstumsdelle, Unternehmen drohen mit einem Investitionsstopp.

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          Der britische Notenbankchef Mark Carney stimmt die Briten nach dem Brexit auf eine Wachstumsdelle ein. Sollte es nicht gelingen, nach dem Ausscheiden aus der Europäischen Union ein Handelsabkommen abzuschließen, werde das Wachstum kurzfristig geringer ausfallen, sagte Carney am Sonntag in einem TV-Interview. Die Wirtschaft müsse sich neu orientieren, wenn sie einen deutlich geringeren Zugang zum EU-Binnenmarkt habe. Die Unsicherheit mache sich bereits bemerkbar: Angesichts der Stärke der Weltwirtschaft müsse das Wachstum bei den Investitionen eigentlich höher ausfallen.

          Die britische Notenbank hat am Donnerstag erstmals seit 2007 die Zinsen erhöht, um die im Zuge des Pfund-Kursrückgangs gestiegene Inflation in den Griff zu bekommen. Eine straffere Geldpolitik stärkt tendenziell die Währung und dämpft den Preisauftrieb. Der Inflationsdruck könne verhindern, dass die Bank von England die Zinsen bei einer schlechten Brexit-Vereinbarung senken kann, sagte Carney. Dieses Szenario sei allerdings nicht das wahrscheinlichste.

          Britische Unternehmer haben derweil angekündigt, ihre Investitionspläne nach hinten zu verschieben und weniger Personal einstellen zu wollen, wenn es bis Anfang des kommenden Jahres keine Einigung zu einer Brexit-Übergangslösung gibt. Der Präsident des führenden Unternehmensverbands Confederation of British Industry, Paul Drechsler, spricht von einer „Verbitterung“ angesichts des schleppenden Fortschritts. Es dürfe keine „roten Linien“ bei den Verhandlungen mit der EU geben. Vor allem der Dienstleistungsbereich sei in Freihandelsabkommen wichtig, da der einen Großteil der britischen Wirtschaft ausmache.

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