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Britischer Gesundheitsdienst : NHS bittet Johnson um Brexit-Aufschub

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Endlich positive Bilder: Premierminister Boris Johnson besucht eine Corona-Impfstation in London. Bild: dpa

Der britische Gesundheitsdienst fordert, dass sich Großbritannien in der Corona-Krise Zeit erkauft. Klinik-Mitarbeiter müssten sich auf das Virus und seine Mutation konzentrieren. Lastwagenstaus könnten Rettungssanitäter behindern.

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          Angesichts der großen Herausforderungen durch die Corona-Krise hat der britische Gesundheitsdienst NHS den Premierminister Boris Johnson zu einer Verlängerung der Brexit-Übergangsphase um einen Monat aufgefordert. Ein Aufschub um einen Monat werde dem Dienst Zeit geben, sich aus der „unmittelbaren Gefahrenzone“ zu bringen, hieß es in einem Brief der NHS-Spitze, der in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht wurde. Denn dann könne sich der Dienst darauf konzentrieren, die Pandemie zu bekämpfen, ohne dass ein No-Deal-Brexit „störende Veränderungen“ mit sich bringe.

          Großbritannien verlässt zum Jahresende den EU-Binnenmarkt und die Zollunion. Kommt in den verbleibenden Tagen kein Handelspakt mehr mit der Europäischen Union zustande, drohen höhere Zölle und andere Handelshemmnisse, die nach Ansicht von Fachleuten auch Auswirkungen auf die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern haben dürften. Der NHS befürchtet zudem, dass Rettungswagen aufgrund von Lastwagenstaus vor allem in der südostenglischen Grafschaft Kent am Ärmelkanal, einem Zentrum der Corona-Infektionen, nicht rechtzeitig die Patienten erreichen könnten. Johnsons Regierung hat eine Verlängerung der Übergangsphase bisher strikt abgelehnt.

          „Am 1. Januar wird der NHS in der traditionell geschäftigsten Zeit des Jahres gegen die größte Herausforderung in seiner Geschichte antreten“, heißt es in dem Schreiben weiter. Derzeit werden fast 19.000 Corona-Patienten in britischen Kliniken behandelt. Wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Virus-Variante wird eine weitere Zunahme der Infektionen befürchtet. Die Belegschaft sei müde und erschöpft, betont die NHS-Führung. „Die Schockwellen eines No-Deal-Brexits könnten die Möglichkeiten des NHS überfordern.“ Deshalb werde Johnson dringend gebeten, „die Übergangsfrist um einen Monat zu verlängern und dem NHS einige kostbare zusätzliche Wochen zu erkaufen“.

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