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Energiekrise : Ruf nach britischer Sondersteuer

Finanzminister Rishi Sunak möchte „pragmatische“ Wege finden, um die Haushalte stärker zu entlasten. Bild: Reuters

Kein Kommentar heißt es offiziell. Doch hinter den Kulissen wächst der Druck auf die britische Regierung, eine Windfall Tax einzuführen. Sie könnte auch Stromerzeuger treffen.

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          Der Druck zur Einführung einer Sondersteuer auf die hohen Gewinne der Energieunternehmen in Großbritannien steigt. Laut Medienberichten lässt Finanzminister Rishi Sunak Pläne für eine sogenannte „Windfall Tax“ ausarbeiten, mit der er Hilfen für die unter hohen Energierechnungen leidenden Haushalte finanzieren könnte. Sunaks Beamte arbeiten demnach an einer einmaligen Sondersteuer auf „Überprofite“ verschiedener Energiekonzerne. Neben den Öl- und Gasförderern in der Nordsee könnten auch Stromerzeuger, darunter Windparks, deren Strompreise mit dem Gaspreis gestiegen sind, bezahlen müssen. Angeblich soll es um bis zu 10 Milliarden Pfund Gewinne gehen. Das Schatzamt wollte einen entsprechenden Bericht der „Financial Times“ am Dienstag nicht kommentieren. Der Aktienkurs des Stromkonzerns Drax fiel am Dienstag um 16 Prozent, für Centrica (British Gas) ging es um 9 Prozent bergab, für SSE um fast 7 Prozent, für den Nordsee-Ölförderer Harbour Energy 4,5 Prozent.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die Energiebranche hingegen protestiert schon heftig. Der Verband Offshore Energies UK (OEUK), der mehr als vierhundert Öl-, Gas- und Windenergie-Unternehmen vertritt, veröffentlichte einen Brandbrief. Darin warnen sie, „eine einmalige Windfall Tax auf die Energieerzeuger wird den Konsumenten nicht nachhaltig helfen und wird nur das Investorenvertrauen in das Vereinigte Königreich weiter schwächen; die weitere Folgewirkung davon wird man noch viele Jahre spüren“, so der OEUK.

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