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Zu viele Briten in Quarantäne : Britische Regierung ändert wegen „Pingdemie“ Corona-App

  • Aktualisiert am

Eine Folge der „Pingdemie“: Leere Supermarktregale Bild: AP

Hunderttausende Briten mussten sich in den vergangenen Wochen in Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu Infizierten hatten. Zu viele, fanden viele Wirtschaftsvertreter. Jetzt ändert die Regierung die Einstellungen der App.

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          Um die Anzahl der Beschäftigten zu senken, die wegen Kontakts mit Corona-Infizierten in Quarantäne sind, hat die britische Regierung die Einstellungen der Corona-App ändern lassen. Künftig schlägt die Anwendung nur noch an, wenn es in den vergangenen zwei Tagen einen Corona-Kontakt gab, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte.

          Bisher ging die Suche fünf Tage zurück. Das Ministerium betonte, das Update beeinflusse weder die Empfindlichkeit der App noch ändere es die Risikoschwelle.

          „Die richtige Balance finden“

          Zuletzt waren wöchentlich Hunderttausende in England und Wales aufgefordert worden, sich wegen engen Kontakts mit Menschen, die später positiv auf das Virus getestet wurden, in Selbstisolation zu begeben. Die Regelung hatte schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft: Pubs und Gaststätten blieben geschlossen, Lebensmittelregale leer, Bahnen und Busse blieben stehen. Medien nennen das Phänomen „Pingdemie“ – nach dem „ping“, das Anwender über einen Corona-Kontakt informiert.

          Die Hiobsbotschaft, die seltener kommen soll: Die NHS-App fordert den Nutzer auf, sich in Quarantäne zu begeben.
          Die Hiobsbotschaft, die seltener kommen soll: Die NHS-App fordert den Nutzer auf, sich in Quarantäne zu begeben. : Bild: dpa

          „Dieses Update der App wird dazu beitragen, dass wir die richtige Balance finden“, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid. „Wir wollen die Störungen reduzieren, die die Selbstisolation für Menschen und Unternehmen verursachen kann, und gleichzeitig sicherstellen, dass wir die am stärksten gefährdeten Personen vor diesem Virus schützen.“

          Wirtschaftsvertreter und konservative Politiker begrüßten die Änderungen. Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, die App habe in den ersten drei Juli-Wochen dazu beigetragen, mehr als 50.000 Neuinfektionen und 1600 Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

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