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Britische Großbank : Staatsbank RBS gönnt sich Milliarden-Boni trotz Verlust

  • Aktualisiert am

Das Gebäude der Royal Bank of Scotland in London Bild: dpa

Die Royal Bank of Scotland hat trotz anhaltender Verluste im vergangenen Jahr immer noch fast eine Milliarde Pfund zusätzlich an Manager ausgeschüttet. Es sei dringend notwendig, Spitzenpersonal an sich zu binden, um den vom Steuerzahler geretteten Finanzriesen wieder flott zu kriegen, argumentiert der Chef.

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          Trotz anhaltender Verluste und einem Stellenkahlschlag belohnt die verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) ihre Führungskräfte mit milliardenschweren Boni. Unter hohem öffentlichem Druck dampfte die britische Großbank die Sondervergütungen im vergangenen Jahr zwar erheblich ein. Konzernweit wurden aber immer noch fast eine Milliarde Pfund zusätzlich an Manager ausgeschüttet.

          Konzernchef geißelt „Lärm um RBS“

          RBS-Chef Stephen Hester verteidigte dies am Donnerstag energisch. Es sei dringend notwendig, Spitzenpersonal an sich zu binden, um den vom Steuerzahler geretteten Finanzriesen wieder flott zu kriegen. "Der Lärm um RBS schadet unseren Zielen", warnte Hester.

          Er selbst hat jüngst auf seinen Bonus verzichtet, nachdem Vertreter aller großen Parteien ihn dazu aufgefordert hatten. Vielen Briten sind die Gehälter des Konzerns ein Dorn im Auge. RBS war im Zuge der Finanzkrise 2008 ins Wanken geraten und wurde mit 45 Milliarden Pfund an öffentlichen Geldern gestützt. Seither hält der Staat 82 Prozent der Anteile.

          Auch unter den Mitarbeitern sorgen die Boni für böses Blut

          Finanzminister George Osbourne begrüßte nun, dass die Boni massiv zurückgeführt wurden. Speziell für die kritisch beäugten Investmentbanker des Geldhauses sanken sie um 58 Prozent und damit stärker als im Gesamtunternehmen. Das bedeutete zugleich aber, dass die ohnehin gut bezahlten Beschäftigten der Sparte im vergangenen Jahr immer noch 390 Millionen Pfund zusätzlich zum Gehalt erhielten. Pro Kopf waren das im Schnitt 22.900 Pfund oder umgerechnet rund 27.000 Euro. Und dies in einem Bereich, für den Hester kürzlich den Abbau weiterer 3500 Stellen angekündigt hatte. Seit seinem Amtsantritt 2008 hat der Konzernchef 34.000 Arbeitsplätze gestrichen.

          Auch unter den Mitarbeitern im Filialgeschäft sorgen die Bonuszahlungen für die Starbanker für böses Blut. Die Gewerkschaft Unite beklagte eine große Kluft. "Wie kann die RBS erwarten, dass die Belegschaft die angebliche Armut und ein lächerliches Lohnangebot akzeptiert, wenn zugleich reichlich Geld in die Hände von Spitzenbankern und -händlern fließt", echauffierte sich Unite-Vertreter David Fleming.

          Zeitbombe in der Bilanz

          Die Sanierung der einst stolzen Großbank ist mühsam. Große Verluste mit den Investitionen in Griechenland und Irland sowie hohe Umbaukosten führten zu einem Minus von 1,8 Milliarden Pfund (2,1 Milliarden Euro) im Schlussquartal 2011. Damit fiel auch im Gesamtjahr ein Fehlbetrag an - der vierte in Folge. Doch Hester sieht sein Schiff auf Kurs. "Wir hatten die größte Zeitbombe zu entschärfen, die sich jemals in einer Bankbilanz zusammengeballt hat", sagte er. "Und die Ironie dabei ist, dass wir umso größere Verluste produzieren, je schneller wir das Risiko zurückfahren." Bis 2013 soll das Filial- und Firmenkundengeschäft zwei Drittel der Ergebnisse ausmachen, das kurierte Investmentbanking noch ein Drittel. "Auch 2012 werden wieder schwere Lasten gehoben", sagte Hester.

          Analysten bescheinigten RBS Fortschritte bei der Bewältigung von Gefahrenherden. "Wir sind weiter beeindruckt", sagte Michael Symonds von Daiwa Capital Markets. Die RBS-Aktie zog um fast fünf Prozent an und notierte mit 28,67 Pfund. Übernommen hatte der Staat die Papiere im Schnitt zu 50 Pfund. Damit hat der britische Steuerzahler durch sein Engagement bislang auf dem Papier Verluste von 20 Milliarden Pfund stehen.

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