https://www.faz.net/-gqe-9x316

Geldwäsche-Kontrollen : Britische Aufsicht knöpft sich Deutsche Bank vor

  • Aktualisiert am

Die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: Helmut Fricke

Die britische Finanzaufsicht rügt die Deutsche Bank wegen zu laxer Geldwäsche-Kontrollen. Der Bank könnte laut einem Medienbericht der Zugang zum britischen Markt verwehrt werden.

          1 Min.

          Die britische Finanzaufsicht hat einem Zeitungsbericht zufolge die Deutsche Bank wegen ihrer Geldwäsche-Kontrollen gerügt. Die Aufseher warnten die Bank, dass ihr nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union der Zugang zum britischen Markt verwehrt werden könnte, wie die „Financial Times“ am Montag ohne konkrete Angaben von Quellen berichtete. Die Bank of England verlange einen monatlichen Bericht, wie das Frankfurter Geldhaus seine internen Überprüfungen verbessern wolle. Bislang war ein vierteljährlicher Informationsaustausch vorgesehen.

          Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, erklärte aber, die Zahl der Mitarbeiter in dem Geschäftsbereich seit 2015 verdreifacht zu haben. „Risiko und Kontrollen sind ein Bereich, auf den sich alle Institute fokussieren. Wir investieren weiterhin stark in diese Bereiche.“ Die britische Aufsichtsbehörde FCA und die Bank of England waren zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

          Die Deutsche Bank steht seit einigen Jahren wegen Lücken in der Geldwäschebekämpfung und anderen Kontrollen verstärkt im Visier der Aufsichtsbehörden in den Vereinigten Staaten, Deutschland und anderen Ländern. In früheren Verfahren wegen Geldwäsche-Verstößen zahlte die Deutsche Bank in den Vereinigten Staaten und Großbritannien bereits Strafen von rund 700 Millionen Dollar.

          Auch im Rahmen des weltgrößten Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank wird gegen die Deutsche Bank ermittelt. Sie war jahrelang als Korrespondenzbank für das dänische Institut zuständig. Im vergangenen Jahr hatten Staatsanwälte und Beamte des Bundeskriminalamts deswegen Unterlagen in den Räumen der Deutschen Bank sichergestellt. Über die Filiale der Danske Bank in Estland waren in den Jahren 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro gelaufen. Den Großteil davon wickelte die Deutsche Bank ab.

          Weitere Themen

          Flixbus übernimmt „Greyhound“ Video-Seite öffnen

          Bekannte US-Fernbuslinie : Flixbus übernimmt „Greyhound“

          Flixmobility hat das US-amerikanische Busunternehmen Greyhound übernommen. Die GmbH mit Sitz in München teilte am Donnerstag mit, dass sie die Firma mit den ikonischen blau-silbernen Bussen für 46 Millionen Dollar von der britischen FirstGroup gekauft habe.

          Gutes besser machen!

          Hanks Welt : Gutes besser machen!

          Das Bewusstsein für den Klimawandel ist bei den Menschen angekommen. Dennoch hakt es bei der Bekämpfung der Krise. Der enorme Widerspruch zwischen Moral und Ratio ist das Problem.

          Topmeldungen

          Paul Ziemiak, Tilman Kuban und Hendrik Wüst beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union am 16. Oktober in Münster

          Imagewandel der Jungen Union : Konservative in Sneakern

          Die Junge Union ist auf der Suche nach einer neuen Außendarstellung. Manche ihrer Mitglieder wollen die Rhetorik abrüsten und den Kleidungsstil ändern. Aber wofür stehen die Jungkonservativen?
          Joshua Kimmich wollte sich bislang noch nicht impfen lassen.

          Corona-Impfung im Profifußball : Kimmich und der Preis der Freiheit

          Joshua Kimmich wollte sich bisher nicht gegen Corona impfen lassen. Für Kritik daran gibt es gute Gründe. Und der Imageschaden für Kimmich wird deutlich größer sein als jeder mögliche Impfschaden, der ihm droht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.