https://www.faz.net/-gqe-9td6x

Treffen der Brics-Staaten : Putin, Xi und Bolsonaro stellen sich gegen Trump

  • Aktualisiert am

Die Brics-Regierungschef während des Treffens in Brasilien Bild: EPA

Weniger Protektionismus, ein Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen – und die Forderung nach einer Reform des IWF und der WTO. Bei Donald Trump dürfte die Erklärung der Brics-Staaten nicht gut ankommen.

          1 Min.

          Die Staats- und Regierungschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika nehmen in einer Erklärung eine Reihe von Positionen ein, die im Widerspruch zur Politik von Amerikas Präsident Donald Trump stehen. Sie bekennen sich zum Klimaschutz und stehen für freien Handel ein.

          „Es ist äußerst wichtig, dass alle WTO-Mitglieder einseitige und protektionistische Maßnahmen vermeiden, die dem Geist und den Regeln der WTO zuwiderlaufen“, erklärten die Führer der Brics-Staaten in der Abschlusserklärung vom Gipfeltreffen der sogenannten Brics-Gruppe am Donnerstag in Brasília. Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen solle die Vertretung der Entwicklungsländer erweitert werden.

          Chinas Staatschef Xi Jinping erklärte, der Protektionismus bedrohe den internationalen Handel und Investitionen, was zu einer globalen Konjunkturabkühlung führe. China befindet sich zurzeit in einem Handelsstreit mit Amerika. Die Verhandlungen laufen derzeit. Die fünf Staaten verpflichteten sich zudem, den Handel untereinander zu fördern.

          Reform von IWF und WTO

          Sie erneuerten in dem Dokument auch ihre Verpflichtung, die Auflagen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen, ohne jedoch den amerikanischen Austritt aus dem Vertrag zu erwähnen. Die Brics-Staaten bekräftigten ihren Willen, sich für den Erfolg des bevorstehenden UN-Klimagipfels (COP 25) im Dezember in Madrid einzusetzen, „insbesondere für ein umfassendes und ausgewogenes Ergebnis aller verbleibenden Punkte des Arbeitsprogramms des Pariser Abkommens“.

          Die Staaten wollen zudem multilaterale Organisationen wie die Vereinten Nationen, den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) reformieren. Diese Institutionen sollten dringend den heutigen Herausforderungen angepasst werden.

          Die Erklärung unterzeichneten die Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, Russlands, Wladimir Putin, und Südafrikas, Cyril Ramaphosa, der indische Ministerpräsident Narendra Modi und der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping. Die Brics-Gruppe produziert 23 Prozent der Weltwirtschaft und betreibt 18 Prozent des Welthandels. In den fünf Staaten leben 42 Prozent der Erdbevölkerung.

          Weitere Themen

          Aufbruch im Mäuseschritt

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“

          Besser als Google Maps

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?

          Topmeldungen

          Freie Fahrt? Auf Deutschlands Autobahnen wartet die „größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten“.

          Autobahnen : Besser als Google Maps

          Bald übernimmt der Bund Planung, Bau und Betrieb der Autobahnen. Anfang 2020 beginnt ein erster Härtetest: Eine Verwaltung, die sich Jahrzehnte eingespielt hat, wird durcheinandergewirbelt. Wird alles klappen?
          Die Dividenden ersetzen die Zinsen nicht.

          Die Vermögensfrage : Die Dividende ist nicht der neue Zins

          In Zeiten abgeschaffter Zinsen werden neue Anlagemöglichkeiten gesucht und gefunden: die Dividende. Ein guter Tausch? Dividendentitel können ein attraktiver Bestandteil der eigenen Aktienanlagestrategie sein, den Zins aber ersetzen sie nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.