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Folgen des Brexits : Was passiert, wenn die Verhandlungen scheitern?

Besonders umstritten: Der Fischfang vor der britischen Küste Bild: AFP

Die Briten und die EU lassen eine der letzten Gelegenheiten für eine Annäherung verstreichen. Scheitert ein Abkommen, sind die wirtschaftlichen Folgen immens. Ein Überblick.

          3 Min.

          London hat indirekt mit einem Abbruch der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen gedroht. Der britische Premierminister Boris Johnson beklagte am Freitag, dass sich die EU zu wenig bewege. Auf EU-Seite gehört Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu denen, die ebenfalls hoch pokern und besonders hart auftreten. Die Zeit wird nun extrem knapp. Ende des Jahres läuft die Brexit-Übergangsfrist aus.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Falls die Verhandlungen endgültig scheitern würden, was passiert dann vom 1. Januar 2021 an mit den wirtschaftlichen Beziehungen?

          Ohne Freihandelsabkommen würden für den Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gelten, und es würden auf viele Waren Zölle fällig. Das wäre schmerzhaft für beide Seiten, zumal manche Produkte bisher gleich mehrfach den Kanal queren, um weiterverarbeitet zu werden. „Seitens der EU würde ein No-Deal wohl neue Handelsbarrieren – Zölle, bürokratische Hürden, Inspektionen – bedeuten“, sagt Gabriel Felbermayr, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. „Seitens des Vereinigten Königreiches kommt es sehr darauf an, wie London einen harten Brexit umsetzt. Niemand zwingt die Briten, hohe Barrieren aufzubauen, die vor allem ihnen selbst schaden würden.“ Dass es nach dem 1. Januar an den Grenzen Staus geben würde, war aber ohnehin immer klar. Zollerklärungen und Kontrollen, auch von Normen und Standards etwa zum Tier- und Gesundheitsschutz, lassen sich mit einem Freihandelsabkommen nicht vermeiden.

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